Rezension: Nerve

Violetta Leiker | Dienstag, 3. Juli 2018 |

Buchtitel: Nerve -
Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen
Autor: Jeanne Ryan
Verlag: cbt
Seiten: 320
Format: Taschenbuch
Preis: 9,99 €




Klappentext
Eigentlich will Vee gar nicht mitspielen bei diesem neuen Online-Spiel, bei dem man ständig neue peinliche »Challenges« bekommt, die sofort ins Netz gestellt werden. Aber um einen Jungen auf sich aufmerksam zu machen, der ihr gefällt, wagt sie es dann doch. Zumal Preise locken, denen sie nicht widerstehen kann, wie zum Beispiel die Schuhe ihrer Träume. Noch dazu sieht Ian, der ihr als Spielpartner an die Seite gestellt wird, wirklich gut aus. Erst macht es Spaß. Aber dann werden die Challenges heikler und heikler, und die Fans treiben Vee dazu, immer mehr zu riskieren. Schließlich werden Vee und Ian zusammen mit fünf anderen Spielern an einen geheimen Ort gebracht, wo die letzte Runde stattfindet. Es geht um alles oder nichts und auf einmal steht ihr Leben auf dem Spiel …

(Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung
In der Schule und im Freundeskreis, überall spielt Vee bloß die zweite Geige. Bei dem Theaterstück, bei dem sie für die Maske zuständig ist, steht sie hinter der Bühne, während ihre beste Freundin Sydney den Applaus einheimst und schließlich sogar mit Matthew anbandelt, für den Vee schwärmt. Um seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, meldet sie sich bei Nerve an und hat innerhalb kürzester Zeit eine große Fangemeinde. Doch die Challenges werden immer riskanter. Zum Glück wird ihr Ian, ein anderer Spieler, als Partner zugeteilt, doch kann Vee ihm wirklich trauen? Schließlich finden sich die beiden in der Finalrunde wieder, und erkennen - leider zu spät - dass dies ihre letzte Challenge werden könnte. Denn Nerve will den Watchern und Sponsoren die beste Show liefern, auch wenn einige der Spieler dafür ihr Leben lassen müssen ... 

Nachdem ich den Film gesehen habe, den ich sehr spannend fand, war ich neugierig auf das Buch, das zu meinem Leidwesen kaum etwas mit der Verfilmung gemein hat. Obwohl die Autorin die Ich-Perspektive gewählt hat, fiel es mir schwer, mich in Vee hineinzuversetzen. Einige ihrer Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen und hätte sie am liebsten geschüttelt, als sie für ein Paar schicker Schuhe oder ein Smartphone bereit war, sich Challenges zu stellen, die unter ihrer Würde waren. Da ich selbst auch in meiner Schulzeit eher im Hintergrund anzutreffen war, konnte ich ihren Wunsch nach Aufmerksamkeit verstehen, obwohl ich mich nie dazu herabgelassen hätte, mich in vollem Bewusstsein vor einem Millionenpublikum bis auf die Knochen zu blamieren. 

Die meisten der Figuren blieben entweder blass oder waren mir unsympathisch. Nur Ian stach ein wenig hervor. Er blieb bis zum Schluss geheimnisvoll, sodass ich gerne erfahren wollte, was seine Beweggründe sind, um als Player bei Nerve mitzumachen. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen Vee und Ian entwickelt, war aufgrund der übereilten Entwicklung unrealistisch. Obwohl Vee Gefühle für Matthew hegt, verliebt sie sich innerhalb weniger Stunden, in denen sie mit ihrem neuen Partner ein paar Challenges meistert, in Ian. Matthew scheint sofort vergessen zu sein. 

Die Challenges werden von Mal zu Mal spannender und gefährlicher. Persönlich gefallen hat mir nicht, dass fast jede Anspielungen auf Sex enthielt. Mir wäre es lieber, wenn die Autorin bei den Challenges kreativer gewesen wäre. Auch die Finalrunde, die zwar spannender war als die vorherigen Aufgaben, konnte mich nicht vollends fesseln. 


Fazit
Ein einigermaßen unterhaltsames Jugendbuch, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Bei den Challenges und dem finalen Showdown wäre noch Luft nach oben gewesen. Insgesamt wurde das Potential leider nicht voll ausgenutzt. 


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