Rezension: Die Prophezeiung der Schwestern

Violetta Leiker | Sonntag, 29. Juli 2018 |

Buchtitel: Die Prophezeiung der Schwestern
Autor: Michelle Zink
Verlag: cbj
Seiten: 416
Format: Hardcover
Preis: Nur noch gebraucht als Hardcover erhältlich!




Klappentext
Zwei Schwestern im Bann einer jahrhundertealten Prophezeiung!

Kurz nachdem ihr Vater unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen ist, erfährt die siebzehnjährige Lia, dass sie und ihre Zwillingsschwester Alice Teile einer uralten Prophezeiung sind: Eine von ihnen ist das Tor, durch das Samael, der gefallene Engel, aus der Anderswelt wiederkehren und die sieben Plagen über die Menschheit bringen kann. Die Aufgabe der anderen Schwester ist es, darüber zu wachen, dass das Tor den Verlockungen Samaels widersteht.

Wider Erwarten ist Lia selbst, nicht etwa die ehrgeizige, berechnende Alice, das Tor für Samael. Mit Hilfe der geheimnisvollen vier Schlüssel – die sie allerdings erst finden muss – kann sie das Tor zur Anderswelt schließen und die Gefahr auf ewig abwenden. Doch Alice ist ganz und gar nicht gewillt, ihre Rolle als Wächter zu akzeptieren. Im Gegenteil: Sie tut alles dafür, dass der Dämon von Lia Besitz ergreift und durch sie die Welt in die Apokalypse stürzt …


(Quelle: Amazon)

Meine Meinung
Als die siebzehnjährige Lia herausfindet, dass sie und ihre Zwillingsschwester Alice Teil einer uralten Prophezeiung sind, gerät ihr Leben aus den Fugen. Gelingt es Lia, dem Tor, nicht, dem Dämon Samael zu widerstehen, stürzt die Welt ins Chaos. Alice, die die Rolle des Wächters innehat, kann Lia helfen, das Tor für Samael für immer zu versiegeln. Doch Alice entscheidet sich, ihren eigenen Weg zu gehen, selbst wenn das bedeutet, dass sie ihre Schwester und alle Menschen, die ihr wichtig sind, verraten muss. Gemeinsam mit ihren Freundinnen Sonia und Luisa, die ebenfalls Teil der Prophezeiung sind, versucht Lia das Rätsel zu entschlüsseln und die vier Schlüssel zu finden, die das Tor verschließen können. Aber auf ihrem Weg, ihr Schicksal zu erfüllen, lauern Gefahren, die Lia nur mit Hilfe der Toten bewältigen kann. Wird es ihr gelingen, die vier Schlüssel zu finden und die Welt vor dem Untergang zu bewahren? 

Für den Auftakt ihrer Trilogie wählte die Autorin die Ich-Perspektive. Der Leser erlebt das Geschehen hautnah aus Lias Sicht, deren ganze Welt sich nach dem Tod ihres Vaters verändert. Als Waise mit einer unberechenbaren Schwester, einem behinderten Bruder und der Last der Prophezeiung auf ihren Schultern hat die Siebzehnjährige es nicht leicht. Zum Glück stehen ihr Sonia und Luisa bei, die ihr bei der Entschlüsselung der Prophezeiung tatkräftig zur Seite stehen. Der Schreibstil ist flüssig und gewollt veraltet, da die Geschichte am Anfang des 20. Jahrhunderts spielt. 

Die Geschichte beginnt und endet mit einer Beerdigung. Der Autorin ist es gut gelungen, die düstere, bedrohliche Atmosphäre permanent einzuweben, sodass mich bei den Szenen, in denen Geisterbeschwörungen stattfanden, eine Gänsehaut überkam. 


Die Figuren sind authentisch und haben Ecken und Kanten. Sonia ist stets besonnen und doch etwas ungeschickt, Luisa temperamentvoll und aufbrausend, Lia mutig und fürsorglich und Alice unberechenbar und hinterhältig. Unterschwellig spürt man, dass die Beziehung zwischen den beiden Schwestern sich nach und nach verschlechtert, bis sie schließlich auf verschiedenen Seiten stehen und es kein Zurück mehr gibt. Aus Schwestern werden Todfeinde. Nur James, Lias Freund, empfand ich als zu fad, weshalb auch die kleine Liebesgeschichte am Rande keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen hat. 

Hauptsächlich besteht die Geschichte aus Dialogen zwischen Lia und ihren Freundinnen, die nach Hinweisen auf die Schlüssel suchen. Spannung ist durchaus vorhanden, dennoch fiel mir irgendwann das Dach von Birchwood Manor auf den Kopf, Lias Zuhause, in dem die Geschichte zum größten Teil spielt. Auch die düstere Atmosphäre drückte mir irgendwann aufs Gemüt. Die Liebesgeschichte zwischen Lia und James ist kaum vorhanden - was ich als bekennende Romantikerin sehr schade finde. 

Fazit
Der Auftakt der Trilogie ist durchaus unterhaltsam und spannend, doch leider drückte die düstere Atmosphäre irgendwann zu sehr aufs Gemüt, sodass ich beim Lesen einige Pausen einlegen und zu einer lockeren Lektüre greifen musste, bevor ich weiterlesen konnte. Auf den zweiten Teil bin ich dennoch sehr gespannt, da Lia nun ihre gewohnte Umgebung verlassen muss, um Alice zuvorzukommen. 


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