Rezension: Nur eine Liste

Violetta Leiker | Donnerstag, 7. Juni 2018 |

Buchtitel: Nur eine Liste
Autor: Siobhan Vivian
Verlag: Ravensburger
Seiten: 416
Format: Taschenbuch
Preis: 8,99 €






Klappentext
Jedes Jahr wird an der Mount Washington Highschool eine Liste veröffentlicht, die acht Mädchen zu den hübschesten oder hässlichsten ihres Jahrgangs kürt. Aber nicht nur für die vermeintlich hässlichsten Mädchen ist die Nominierung eine schwere Bürde. Alle Mädchen müssen plötzlich Häme oder Neid ertragen. Ja, fast scheint es so, als habe die Liste die ganze Schule vergiftet! Wer ist ihr Verfasser?

(Quelle: Ravensburger)

Meine Meinung
Ins Schicksal von acht Mädchen der Mount Washington Highschool wird Jahr für Jahr gegriffen. Denn ohne Folgen bleibt die öffentliche Benennung zur jeweils Schönsten oder Hässlichsten des gesamten Jahrgangs gewiss nicht. Doch wer wagt es, sich ein Urteil über diese Mädchen zu bilden und die Liste unzählige Male in der Schule auszuhängen? Jedes der acht Mädchen reagiert anders auf ihre Platzierung in der Liste. Manch ein Ego wächst enorm, andere Mädchen zerfließen in Selbstmitleid. Doch eines ist sicher: Nicht nur für die "Hässlichen" ist die Liste eine schwere Bürde. 

Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog, in dem das Verfahren der Liste erklärt wird. Er beinhaltet auch die aktuelle Liste selbst. Unterteilt ist das Buch in sechs Schultage. Es beginnt am Montag, an dem Tag, an dem die Mädchen von ihrer Platzierung in der Liste erfahren, und endet am Samstag, am Abend des Homecoming-Balls. In diesen sechs Tagen begleiten wir Abby, Danielle, Candace, Lauren, Sarah, Bridget, Jennifer und Margo und tauchen ein in ihre jeweiligen Welten. 

Dass die Geschichte aus acht Perspektiven erzählt wird, hat mich anfangs stark verwirrt. Ständig musste ich zur Liste zurückblättern, um in Erinnerung zu rufen, welches Mädchen in welchen Jahrgang gehört und ob sie als hässlich oder schön abgestempelt wurde. Nach ein paar Kapiteln hatte ich jedoch alle so weit kennengelernt, dass ich die Liste nicht mehr zu Rate ziehen musste. 

Alle von ihnen, die "Hässlichen" und die "Schönen" reagieren anders auf ihren Namen in der Liste. Einige freuen sich darüber, kein Niemand mehr sein zu müssen, andere hingegen rebellieren und greifen zu fragwürdigen Mitteln, um ihr mangelndes Selbstwertgefühl zu verstecken. Besonders gefallen hat mir, dass alle acht Mädchen in diesen sechs Tagen eine große Wandlung durchmachen. Ihnen wurden durch die Liste die Augen geöffnet - oder auch nicht. 

Wer die Liste in diesem Jahr geschrieben hat, weiß niemand. Mir persönlich hat es Spaß gemacht, alle vorkommenden Haupt- und Nebenfiguren nach möglichen Motiven zu durchleuchten. Das Ende, und der wahre Verfasser der Liste, haben mich jedoch ziemlich überrascht. 

Fazit
Mich konnte die Geschichte, die aus acht verschiedenen Perspektiven erzählt ist, sehr gut unterhalten. Die acht Mädchen könnten unterschiedlicher nicht sein und es hat großen Spaß gemacht, sie und ihr jeweiliges Leben vor und nach der Liste kennenzulernen. Das Buch ist tiefgründig und zeigt dem Leser mögliche Konsequenzen, die entstehen können, wenn man Jugendliche auf ihr Äußeres reduziert. Erwartungen übertroffen!


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen