Rezension: Von wegen Liebe

Violetta Leiker | Donnerstag, 24. Mai 2018 |

Buchtitel: Von wegen Liebe
Autor: Kody Keplinger
Verlag: cbt
Seiten: 352
Format: Taschenbuch
Preis: 7,99 € eBook-Preis (neu nicht mehr als Taschenbuch erhältlich)






Klappentext
Das hat Bianca gerade noch gefehlt. Der eingebildete Wesley, dem alle Mädchen an ihrer Schule zu Füßen liegen, spricht sie an. Und hat die Stirn, ihr rundheraus zu sagen, dass er das nur tut, um an ihre hübsche Freundin ranzukommen. Schneller, als er denken kann, hat er ihre Cola im Gesicht. Auf so jemand fällt Bianca nicht rein. Aber als zu Hause alles schief geht, lässt sie sich doch mit ihm ein. Heimlich und völlig unverbindlich, versteht sich. Mit Liebe hat das nichts zu tun. Oder?

(Quelle: cbt)

Meine Meinung
DUFF. So bezeichnet der allseits angeschmachtete Wesley Rush Bianca, nachdem er ihr erklärt hat, dass er kein Interesse an ihr, sondern an einer ihrer hübschen Freundinnen hat. Der Begriff zehrt an Bianca, deren Nerven ohnehin schon angeschlagen sind, weil die Beziehung ihrer Eltern langsam aber sicher auf das Ende zusteuert. Sie braucht ein Ventil, eine Ablenkung, die sie ihre Probleme zeitweise vergessen lässt. Da kommt Wesley wie gerufen. Doch aus der rein körperlichen Beziehung wird schnell mehr, denn es ist nicht nur Bianca, die Kraft aus den heimlichen Treffen schöpft ... 

Nachdem ich die Verfilmung gesehen habe (DUFF - Hast du keine, bist du eine), habe ich eine lockere, klischeebelastete Teenieromanze erwartet. Meine Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. 

Die Geschichte erzählt Bianca aus der Ich-Perspektive, sodass der Leser sehr nah am Geschehen ist und Einblick in die Gefühle und Gedanken der Protagonistin hat. Der Schreibstil ließ mich durch die Seiten fliegen und innerhalb weniger Stunden konnte ich das Buch beenden, das mich wahnsinnig gut unterhalten hat. 

Die Figuren waren alle authentisch und viele von ihnen habe ich schnell ins Herz schließen können. Vor allem die zynische Bianca, die glaubt, dass es unmöglich ist, jemanden mit 17 Jahren wahrhaftig zu lieben. In ihrer Familie läuft nicht alles rund, da die Beziehung ihrer Eltern unter den häufigen Reisen ihrer Mutter leidet. Als dann auch noch Wesley auftaucht und sie eine DUFF, die unattraktive fette Freundin, schimpft, ist das Maß voll. Der Begriff verletzt Bianca stärker, als sie je zugeben würde, und sie entfremdet sich nach und nach von ihren wunderschönen Freundinnen. Stattdessen findet sie ein Ventil für ihre negativen Gefühle: Wesley Rush, der nur von außen betrachtet ein verwöhnter, gefühlskalter Playboy ist. 

Mir hat besonders gut gefallen, dass die Autorin ernste Themen aufgriffen hat wie Alkoholsucht, Scheidung der Eltern, Minderwertigkeitsgefühle und das schamlose Ausnutzen anderer Menschen. Mit all diesen Dingen hat Bianca zu kämpfen und es gelingt ihr am Ende - mithilfe ihrer Freundinnen und Wesley - ihre eigene Stärke und zu sich selbst zu finden. 

Fazit
Kody Keplingers Debüt konnte mich vor allem durch die unerwartete Tiefgründigkeit überzeugen. Statt einer klischeehaften Teenieromanze bekommt es der Leser mit Alkoholsucht, Scheidung und Minderwertigkeitsgefühlen samt Folgen zu tun, Themen, die unter die Haut gehen und die Geschichte authentisch und unterhaltsam zugleich werden lässt. Einziges Manko ist das Ende, das meiner Meinung nach noch ein weniger dramatischer hätte ausfallen können. 


Kommentare:

  1. Freut mich, dass dir das Buch gefallen hat. Ich fand den Film im Vergleich zum Buch wirklich schrecklich :D
    Liebst, Lara von Fairylightbooks :)

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    1. Ich finde, das Buch hat mit dem Film abgesehen von den Namen nichts gemeinsam. Der Film ist im Vergleich zum Buch harmlos. Es geht hauptsächlich um die Liebesgeschichte, aber Biancas familiäre Probleme wurden gar nicht mit einbezogen.

      Liebe Grüße
      Violetta

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