Rezension: Immer diese Herzscheiße

Violetta | Montag, 7. Mai 2018 |

Buchtitel: Immer diese Herzscheiße
Autor: Nana Rademacher
Verlag: Ravensburger
Seiten: 320
Format: Hardcover
Preis: 15,00 €






Klappentext
Die 15-jährige Sarah lebt im Stuttgarter Hallschlag. Da wo niemand sein will. Da wo man nie rauskommt, egal wie sehr man sich anstrengt. Ihr Berufswunsch: Hartz IV. Ihre Hobbies: klauen, trinken, Spaß haben. Zukunft: völlig egal. Jemand wie sie hat sowieso keine Chance. Dann wird sie beim Dealen erwischt und ihr Lehrer stellt ihr ein Ultimatum: Entweder sie macht bei einem Theaterprojekt mit oder sie fliegt von der Schule. Widerwillig wagt sich Sarah in eine ihr völlig fremde Welt. Doch als sie Paul kennenlernt, wird ihr klar, dass es vielleicht doch ein paar Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.

(Quelle: Ravensburger)

Meine Meinung
Die fünfzehnjährige Sarah wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Mutter mit ihrem Leben überfordert war. Sie glaubt weder an sich selbst noch an eine Zukunft. Hartz IV und Schwarzarbeit sind ihre Antworten, wenn sie jemand danach fragt, was sie später einmal machen möchte. Doch ihre Scheiß-Egal-Haltung wird ihr eines Tages zum Verhängnis, als sie von ihrem Lehrer beim Dealen erwischt wird. Theater oder Rauswurf lautet das Angebot und widerwillig entscheidet sich Sarah für Ersteres. Nie hätte sie gedacht, dass diese Entscheidung ihrem Leben endlich eine positive Richtung geben würde - und das liegt nicht alleine an Paul. 

Die Geschichte wird aus Sarahs Perspektive in der Ich-Form erzählt. Da die Autorin sogar absichtlich Rechtschreibfehler eingebaut hat, gelegentlich Verben und Adjektive weggelassen hat, und die Sätze zwischen Fett- und Dünndruck sowie in der Schriftgröße variieren, hatte man eher den Eindruck, dass Sarah höchstpersönlich ihre Geschichte auf das Papier gebannt hat. Die starke Umgangssprache, die die Autorin verwendet hat, macht dieses Buch zum Authentischsten, das ich je gelesen habe. Leider hatte ich durch den außergewöhnlichen Schreibstil auch große Probleme, in die Geschichte hineinzufinden. Die Sätze sind kurz und abgehakt und bereiteten mir leider kein großes Lesevergnügen. 

Die Handlung ist fad und unspektakulär, ebenso die Figuren. Weder Sarah noch eine der zahlreichen Nebenfiguren konnte mir ans Herz wachsen. Obwohl sie alle authentisch gezeichnet sind und ihre Ecken und Kanten haben, konnte ich keinerlei Beziehung zu ihnen aufbauen. Einzig positiv war, dass Sarah eine unglaubliche Entwicklung durchmacht. Dass sie von Rückfällen nicht verschont bleibt, zeigt, wie schwer es ist, alte Verhaltensmuster abzulegen, und verleiht dem Buch seine Glaubwürdigkeit. Der rebellische Teenager, der seine Freizeit mit Klauen, Trinken und Rauchen verbringt, beginnt im Laufe der Handlung an sich und seine Fähigkeiten zu glauben. 

Die Liebesgeschichte zwischen Sarah und Paul kam mir recht kindisch vor. Ich konnte keinerlei Gefühle spüren. Ich bemerkte weder das Knistern zwischen den beiden noch bescherte mir das Buch Herzklopfmomente. 

Fazit
Ein Buch, das man liest und kurz darauf wieder vergisst. Mich konnten weder Figuren noch Handlung fesseln. Einzig und allein der außergewöhnliche Schreibstil und die Authentizität der Geschichte machen sie zu etwas Besonderem. Meinen Erwartungen konnte die Geschichte nicht gerecht werden. 


Kommentare:

  1. Hallo Violetta,

    vielen Dank für deine tolle Rezension.
    Mich hat das Cover immer eher ein wenig abgeschreckt... Vielleicht ist das auch ganz gut so deiner Beurteilung nach.

    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende ♥
    Liebe Grüße
    Charleen

    P.S.: Vielleicht hast du ja Lust Mittwoch wieder bei meiner Cover-Aktion teilzunehmen? Ich würde mich freuen :)

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    1. Hallo Charleen,

      das Cover passt sehr zur Handlung der Geschichte und auch der Klappentext hat sich in meinen Ohren ganz gut angehört. Leider habe ich etwas ganz anderes erwartet, aber ich bin mir sicher, dass die Geschichte dem ein oder anderen sehr gefällt.

      Ich würde wirklich gerne wieder an deiner Aktion teilnehmen, leider komme ich seit Wochen nur noch ab ca. 22 Uhr dazu, ein wenig am Computer zu arbeiten. Die wenige freie Zeit, die ich im Moment habe, nutze ich dann lieber, um mit meinem Manuskript voranzukommen, das ich bis Ende Juni bei einem Wettbewerb eingereicht haben muss. So schaffe ich es leider nicht - wie es sich für eine Aktion gehört - fleißig bei den anderen Teilnehmern zu kommentieren. Deshalb nehme ich leider nicht mehr teil. Vielleicht irgendwann wieder. Mit der DSGVO habe ich mich leider auch noch nicht auseinandergesetzt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einige Schwierigkeiten haben werde, das alles zu verstehen. Mit dem Bloggen aufhören, möchte ich aber deswegen nicht. Hast du schon deinen Blog auf Vordermann gebracht?

      Liebe Grüße
      Violetta

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