Rezension: Die Brücke nach Terabithia

Violetta | Sonntag, 13. Mai 2018 |

Buchtitel: Die Brücke nach Terabithia
Autor: Katherine Paterson
Verlag: Ravensburger
Seiten: 192
Format: Hardcover
Preis: Als Taschenbuch mit anderem Cover für 6,99 € erhältlich






Klappentext
Als Jess das geheimnisvolle Land jenseits des Flusses zum ersten Mal betritt, ahnt er sofort: Dieser Ort ist verzaubert. Und nur hier - in Terabithia - sind seine Freundin Leslie und er unbesiegbar. Doch dann droht ein böser Fluch ihr fantastisches Königreich für immer zu zerstören.

(Quelle: Ravensburger)

Meine Meinung
Jess hat es im Leben nicht leicht. Er wächst als einziger Junge zwischen vier Schwestern auf und hat jede Menge Verpflichtungen. Sein größtes Ziel ist es, der schnellste Läufer seiner Schule zu werden, dafür trainiert er jeden Tag. Als eines Tages Leslie Burke in das Nachbarhaus zieht und ihn beim Wettlauf überholt, entwickelt sich wider Erwarten keine Rivalität zwischen ihnen, sondern wahre Freundschaft. Mit Leslie kann Jess seinem anstrengenden Alltag entfliehen. Sie denken sich ein Land namens Terabithia aus, das auf der anderen Seite des Flussbettes im Wald verborgen liegt, und spielen König und Königin, bis ein Unglück geschieht, das Jess' Welt für immer verändert ... 

Da ich schon die Verfilmung gesehen habe, wusste ich bereits, was mich bei der Lektüre erwartet. Ich fand schnell Zugang in die Geschichte, für die die Autorin den personalen Erzählstil aus Jess' Perspektive gewählt hat. Anfangs erfährt man von seinem Alltag, der hauptsächlich aus Zankereien mit seinen Schwestern und dem Melken der Familienkuh besteht. Als Leslie Burke nebenan einzieht, will Jess erst einmal nichts mit dem merkwürdigen Mädchen zu tun haben, aber ihre stark ausgeprägte Fantasie und ihr Mut faszinieren ihn und schnell erblüht zwischen den beiden zehnjährigen Kindern eine innige Freundschaft. 

Die fantastischen Elemente rund um Terabithia entspringen allerdings nur Leslies Fantasie, sodass man das Buch dem Genre realistisches Kinderbuch zuordnen würde, und es nicht mit einem Fantasyroman verwechseln darf. Es geht vor allem um Freundschaft, Mut, dem Abstreifen von Vorurteilen gegenüber Fremden und Menschen, die anders sind als man es gewohnt ist. 

Die Entwicklung der Freundschaft zwischen den beiden sehr unterschiedlichen Kindern habe ich gerne verfolgt, ebenso wie die kleinen Abenteuer, die sie in der Realität und in Terabithia erleben. Das Ende ist herzzerreißend und so traurig, dass beim Lesen ein Strom von Tränen geflossen ist (obwohl ich bereits wusste, was geschehen würde). Der Tod, seine Akzeptanz und der Blick nach vorne nach einer Tragödie sind ebenfalls wichtige Bestandteile dieses Kindesbuches, das mich von Anfang bis Ende fesseln konnte. 

Fazit
Dieses Buch vereint Freundschaft, Mut, die Macht der Fantasie und die Verarbeitung eines Verlustes auf grandiose und fesselnde Weise. Die beiden Kinder, Jesse und Leslie, wachsen dem Leser ans Herz und rufen vor allem am Ende starke Emotionen hervor, die noch lange nach Beenden der Lektüre nachhallen. 


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