Rezension: Saeculum

Violetta | Mittwoch, 25. April 2018 |

Buchtitel: Saeculum
Autor: Ursula Poznanski
Verlag: Loewe
Seiten: 496
Format: Softcover
Preis: 14,95 €






Klappentext
Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter - ohne Strom, ohne Handy -, normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.

Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

(Quelle: Loewe)

Meine Meinung
Der Medizinstudent Bastian nimmt zum ersten Mal an Saeculum teil, einer Mittelalterkonvention, die tief im Wald spielt, fernab jeglicher Zivilisation. Mit Sandra, die ganz verrückt nach ihm zu sein scheint, und ihren Freunden macht sich Bastian auf die Reise, um fünf Tage ohne Strom, fließend Wasser, Handy, etc. zu leben. Doch die Konvention steht unter keinem guten Stern. Erst warnt ein ominöser Anrufer ihn, an Saeculum teilzunehmen, und dann erfährt Bastian auch noch, dass der Wald, in dem das Spiel stattfindet, verflucht sein soll. Bastian glaubt nicht an Flüche und freut sich auf ein paar erholsame Tage in der Natur, doch schon am ersten Tag verschwindet ein Mitspieler und merkwürdige Botschaften tauchen auf. Alles deutet darauf hin, dass der Fluch viel mehr ist als nur eine Legende ... 

Für die Geschichte hat die Autorin den personalen Erzähler gewählt. Zum größten Teil wird diese aus Bastians Perspektive erzählt, hin und wieder gibt es auch Kapitel aus Iris' Sicht, die mir persönlich sogar noch besser gefallen haben, da mir die Harfen spielende Außenseiterin von Anfang an sympathisch war. 

Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und man fliegt förmlich durch die Seiten. Schon innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Gefühl, kein Leser mehr zu sein, sondern unsichtbarer Teilnehmer des Spiels. Es gibt viele Gruselmomente, die mir - vor allem, wenn ich nachts gelesen habe - eine Gänsehaut beschert haben. Als Fan von Liebesgeschichten hat es mich gefreut, dass auch in diesem Thriller eine vorkommt, die die Autorin meiner Meinung nach sehr glaubhaft darstellt. 

Die Figuren sind alle sehr authentisch. Bastian mochte ich auf Anhieb. Noch besser allerdings gefiel mir die Entwicklung, die er  im Laufe des Abenteuers macht. Aus dem streberhaften Medizinstudenten wird ein mutiger Held, der allen Widrigkeiten zum Trotz an seinen moralischen Wertvorstellungen festhält. Die zahlreichen Nebenfiguren sind durch bestimmte Merkmale klar voneinander zu unterscheiden. Der faszinierendste Charakter ist jedoch Paul, einer der Organisatoren von Saeculum. Mit ihm steht oder fällt die Geschichte. Er ist von vornherein undurchschaubar und wartet mit vielen Überraschungen auf. Ein hervorragend beschriebener Charakter, ohne den die Geschichte nicht das wäre, was sie ist. 

Der Autorin ist es meisterhaft gelungen, die Elemente, die in der Legende auftauchen, in die Handlung mit einzuflechten. Ich habe die ganze Zeit über versucht, das Puzzle zu lösen und den Antagonisten zu identifizieren. Da es sich bei dem Buch um einen Thriller und keinen Fantasyroman handelt, ist von vornherein klar, dass nicht der Fluch am Verschwinden diverser Teilnehmer und anderen unheimlichen Vorkommnissen Schuld trägt. Am Ende wurde ich - wie erwartet - mit der Auflösung überrascht und alle Puzzleteile fanden ihren Platz.

Fazit
Gruselig, durchweg spannend, unvorhersehbar und authentisch! Eine meisterhaft erzählte Geschichte, die mich zum Gruseln, Schmunzeln, Lachen und Staunen gebracht hat! Wer Ursula Poznanskis Bücher nicht kennt, dem entgeht etwas Großartiges! Klare Leseempfehlung! 


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