Rezension: Maya und Domenico - Die krasse Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft

Violetta Leiker | Samstag, 3. März 2018 |

Buchtitel: Maya und Domenico - Die krasse Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft
Autor: Susanne Wittpennig
Verlag: Brunnen
Seiten: 256
Format: Taschenbuch
Preis: 11,99 €





Klappentext
Die 13-jährige Maya kann sich in ihrer Klasse nicht so richtig durchsetzen. Da sind zum einen ihre drei Erzfeindinnen Delia, Manuela und Isabelle, die nun wirklich keine Gelegenheit auslassen, sie zu triezen. Zum anderen ist da der machthungrige André, der mit seinen Kumpels immer wieder für Unruhe sorgt. Außerdem wird sie zu Hause von ihrem strengen Vater unter Druck gesetzt. Doch Mayas Leben wird auf den Kopf gestellt, als der freche und angeberische Domenico neu in die Klasse kommt. Das ist das, was ihr gerade noch gefehlt hat: Domenico sieht einerseits so gut aus, dass sie in seiner Gegenwart weiche Knie bekommt, und andererseits ist er so unsympathisch, dass er ihrer Meinung nach dahin gehen kann, wo der Pfeffer wächst. Trotzdem kommen sich die beiden näher, und Maya entdeckt hinter seiner Maske einen ganz anderen Domenico. Plötzlich wird sie mit einer für sie völlig fremden Welt konfrontiert und gerät in eine Konfliktsituation – nicht nur innerlich, sondern auch mit ihrem Vater, der gegen die Freundschaft mit diesem mysteriösen Jungen ist. Ein Kampf beginnt, in dem Maya über sich selbst hinauswächst und Domenicos Leben fast aus den Fugen gerät.

(Quelle: Amazon)

Meine Meinung
Maya stammt aus einer reichen Familie. Ihr Vater ist Arzt und sie wohnt im schönsten Wohnviertel der Stadt. Dies ist nur einer von vielen Gründen, warum ihre Klassenkameraden sie hänseln. Ihr Leben ist ziemlich unspektakulär, bis der gut aussehende Rebell Domenico in ihre Klasse kommt. Anfangs hält Maya ihn für eingebildet und nennt ihn hinter seinem Rücken Mister Universum. Dass er sofort mit Delia, der Klassenzicke, anbandelt, macht ihn nicht sympathischer. Doch dann rettet Maya den Draufgänger und eine zarte Freundschaft zwischen den beiden unterschiedlichen Jugendlichen erblüht. Domenico birgt jedoch viele Geheimnisse, von denen Maya auf keinen Fall erfahren soll. Geheimnisse, die ihre Freundschaft für immer zerstörten könnte. 

Die Geschichte ist aus Mayas Sicht in der Ich-Perspektive verfasst. Erst erfährt der Leser von Mayas Leben, bevor Domenico in ihre Klasse kommt, was ziemlich unspektakulär ist. Mayas Leben ist langweilig, sie ist brav, zu brav und widersetzt sich nie ihrem strengen Vater. Domenico weckt eine andere Seite in ihr. Im Laufe der Handlung macht Maya eine unglaubliche Entwicklung durch, was für mich interessant zu verfolgen war. Viele ihrer Handlungen waren mir jedoch unbegreiflich, wie die Tatsache, dass sie sich sofort in eine Beziehung mit Domenico stürzt, obwohl er vor einem Tag noch mit Delia herumgeknutscht hat. Diese Naivität schreibe ich ihrem jungen Alter zu. Hätte ich das Buch vor 15 Jahren gelesen, hätte ich mich wahrscheinlich besser in Maya hineinversetzen können. 

Mit Domenico konnte ich noch nicht viel anfangen. Obwohl ich Figuren mag, die innerlich völlig kaputt sind und von einem braven Mädchen wieder repariert werden müssen, war mir Domenico an einigen Stellen zu krass. Ich würde ihn nicht als rebellisch oder temperamentvoll, sondern als psychisch labil bezeichnen. Er ist eine Gefahr für sich und andere. Nur Maya findet einen Zugang zu ihm, obwohl er ihr nie seine Geheimnisse anvertraut hätte, wäre Maya ihm nicht heimlich nach Hause gefolgt. Mobbing, Drogen, Schlägereien, Prostitution, versuchter Mord ... in diesem Roman ist alles vertreten. Themen, die schockieren und einen nachdenklich stimmen. Themen, die die erwartete Schulromanze in ein Buch mit Tiefgang verwandeln. 

Es gab eine Sache, die mich jedoch von Anfang an gestört hat: Die Dialoge. Sie klingen zu künstlich und so gestelzt, dass ich an vielen Stellen lachen musste. Wenn sich Domenico mit einem Klassenkameraden anlegte, fand ich die Situation im Gegensatz zu Maya nicht bedrohlich, sondern zum Schreien komisch. Die Beleidigungen, die sich die Autorin ausgedacht hat, triefen vor Klischees.

Ein weiteres Manko für mich sind die Gefühle, die bei mir leider gar nicht ankamen. Maya und Domenico wurden zu schnell zu einem Paar - was an sich nichts Ungewöhnliches ist - aber nach nur wenigen Tagen von bedingungsloser Liebe  zu sprechen, vor allem bei einer 13-Jährigen und einem 15-Jährigen, ist für meinen Geschmack zu weit hergeholt. 

Fazit
Obwohl mir weder die Dialoge gefallen haben, noch romantische Gefühle bei mir ankamen, konnte mich die Handlung, die viele Problemthemen anspricht, gut unterhalten. Es gab schockierende Geheimnisse, unfassbare Ereignisse und einen kaputten Jungen, der meine Neugier auf sein weiteres Schicksal geweckt hat. 




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