Rezension: Überleben

Violetta Leiker | Dienstag, 20. Februar 2018 |

Buchtitel: Überleben
Autor: S. A. Bodeen
Verlag: Oetinger
Seiten: 288
Format: Taschenbuch
Preis: Nur noch gebraucht erhältlich





Klappentext
Seit sechs Jahren lebt Eli mit seiner Familie in einem Bunker, den seiner reicher Vater hat bauen lassen – kurz bevor die USA einem nuklearen Anschlag zum Opfer fielen. Zwar sind er und seine Schwestern jetzt in Sicherheit. Aber ohne jeglichen Kontakt zur Außenwelt wird Eli das Eingesperrtsein zunehmend unerträglicher. Die Lage spitzt sich zu, als die Lebensmittel knapp werden und Eli immer häufiger mit seinem Vater aneinander gerät. Welches Geheimnis verbirgt er? Und stimmt es wirklich, dass es außer ihnen keine Überlebenden gibt?

(Quelle: Amazon)

Meine Meinung
Eli und sein Zwillingsbruder Eddy sind erst acht Jahre alt, als es während eines Camping-Ausfluges zu einem nuklearen Angriff kommt. Rex Yanakakis ist jedoch vorbereitet und bringt seine Familie in einem Luxusbunker in Sicherheit, der sich erst in 15 Jahren wieder öffnet. Doch nicht alle haben es in den Bunker geschafft. Sechs Jahre lang hegt Eli keine Zweifel gegen den Plan seines Vaters - schließlich hat er ihnen allen das Leben gerettet -, bis er durch einen Zufall eine Verbindung zur Außenwelt herstellt. Eli beginnt nach Hinweisen für das Überleben anderer Menschen zu suchen und stößt auf die perversen Experimente seines Vaters, die er unter keinen Umständen unterstützen will. Für Eli ist klar: Er muss seine Mutter und seine Geschwister hinausschaffen. Aber dafür muss er sich niemand geringerem in den Weg stellen, als seinem eigenen Vater. 

Die Geschichte wird von Eli aus der Ich-Perspektive erzählt und beginnt bereits sechs Jahre nach dem nuklearen Anschlag. Die Familie hat sich an das eintönige Dasein im Bunker gewöhnt. Eli vermeidet jeglichen Kontakt zu seinen Schwestern und seiner Mutter, geht seiner Routine nach und hinterfragt nichts, bis seine jüngere Schwester Therese ihm die Augen öffnet. Durch seine ruppige Art hat Eli sich jedoch nicht nur von seiner Familie, sondern auch vom Leser distanziert. Er lässt niemanden an sich heran, sodass es mir schwerfiel, eine Verbindung zu ihm aufzubauen. Sein Verhalten hat jedoch einen Grund, denn nicht nur Rex Yanakakis hütet ein schreckliches Geheimnis. 

Hin und wieder taucht der Leser in Elis Kindheitserinnerungen ein und erfährt, wie die steinreiche Familie vor dem Angriff gelebt hat. Diese Rückblenden sind wie Puzzleteile, durch die Eli am Ende den Code für die massive Tür knackt. 

Leider hat das Buch auch einige Längen, besonders in der ersten Hälfte, sodass ich nur ungern wieder zur Lektüre gegriffen habe. Die Spannung steigt in der zweiten Hälfte jedoch kontinuierlich an. Der Schreibstil hat mir gut gefallen; die Figuren waren mir leider - abgesehen von Elis Mutter - fast alle unsympathisch. Gut dargestellt war hingegen Rex Yanakakis, das tyrannische Familienoberhaupt, der mir eine Gänsehaut bereitet hat. 

Das Ende war spannend und nervenaufreibend. Spätestens da konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Da ich ein Fan von Happy Ends bin, war ich mit der Wendung, die das Leben der Yanakakis-Familie am Ende genommen hat, mehr als zufrieden. 

Fazit
Der spannende Jugendthriller besticht durch sein ungewöhnliches Setting und die vielen Geheimnisse, die es zu lüften gibt. Leider fiel es mir schwer, mich in die Hauptfigur hineinzuversetzen. Zudem ist das Buch, besonders in der ersten Hälfte, langatmig, sodass ich nur mäßigen Spaß bei der Lektüre hatte. 




Kommentare:

  1. Hallo Violetta,

    das klingt von der Thematik her richtig gruselig, aber wenn man sich nicht mit der Hauptfigur identifizieren kann, ist es schon mal schlecht.

    Schade, denn manche alten Schätzchen sollten unbedingt wieder gelesen werden.

    LG Barbara

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    1. Hallo Barbara,

      obwohl das Buch ein wenig enttäuschend war, konnte mich das Ende packen. Die Vorstellung, jahrelang in einem Bunker mit einem Verrückten zu leben, ist wirklich gruselig. Aber es gibt ein schönes Happy End.

      Liebe Grüße
      Violetta

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