Rezension: Gregor und der Spiegel der Wahrheit

Violetta | Montag, 5. Februar 2018 |

Buchtitel: Gregor und der Spiegel der Wahrheit
Autor: Suzanne Collins
Verlag: Oetinger
Seiten: 336
Format: Softcover
Preis: 8,99 €





Klappentext
Gregor ist in großer Sorge. Warum nur hört er nichts von seinen Freunden aus dem Unterland? Dann erfährt er die schlimme Nachricht: Die Pest ist ausgebrochen! Gregor bleibt nichts anderes übrig, als ins Unterland zurückzukehren. Er muss unbedingt das Heilmittel finden, von dem in der rätselhaften Prophezeiung die Rede ist. Die Suche nach dem geheimnisvollen Sternschatten führt Gregor, seine kleine Schwester Boots und ihre Gefährten mitten durch einen unheimlichen Dschungel, in dem nicht nur lebendige Pflanzen auf sie lauern. Was nun beginnt, ist ein Wettlauf gegen die Zeit...

(Quelle: Oetinger)

Meine Meinung
Ein paar Monate sind seit Gregors letztem Besuch im Unterland vergangen. Obwohl er sich und seiner Familie geschworen hat, nie wieder dorthin zurückzukehren, wandern seine Gedanken ständig zu seinen Unterlandfreunden, von denen einige noch verschollen sind. Als er dann endlich eine Nachricht von Vikus im Wäschekeller findet, macht sich Gregor gemeinsam mit Boots und seiner Mutter, die die Kinder unter keinen Umständen alleine gehen lässt, auf den Weg nach Regalia, wo die Pest ausgebrochen ist. Die Prophezeiung des Bluts besagt nämlich, dass der Krieger sich auf die Suche nach dem Heilmittel machen muss, um das Aussterben der Warmblüter zu verhindern. Natürlich hat Gregor keineswegs vor, sich ein drittes Mal auf eine lebensgefährliche Reise zu begeben. Ihm bleibt jedoch keine Wahl, denn unter den Infizierten befinden sich Menschen - und Flieger - die ihm viel bedeuten. Gemeinsam mit Boots, Ripred, zwei weiteren Nagern, Boots' treuestem Anhänger, dem Kakerlak Temp, und Nike, einer Fledermausprinzessin, tritt Gregor die gefährliche Reise zum Weingarten der Augen an, der sich mitten in einem Dschungel mit lebendigen Pflanzen befinden soll. Unterwegs treffen sie auf mehrere totgeglaubte Freunde, die ihnen im Kampf gegen die Gefahren des Dschungels zur Seite stehen. Werden sie das Heilmittel rechtzeitig finden und das Aussterben der Warmblüter verhindern können?

Das dritte Abenteuer von Gregor und seinen Freunden riss mich ebenso in seinen Bann wie seine Vorgänger. Man ist sofort wieder mitten im Geschehen, obwohl die Autorin Gregor in diesem Band ein wenig mehr Zeit im Überland einräumt als sonst. Anfangs erfährt der Leser, wie Gregor sein Leben im Oben nun meistert, nachdem er bereits zwei lebensgefährliche Reisen im Unterland überlebt hat. Doch schon bald bleibt ihm keine Wahl: Er kehrt zurück und setzt sich erneut Gefahren aus, um die zu retten, die er liebt. 

Besonders hat mir Gregors Entwicklung gefallen. Er gibt endlich zu, dass er der Krieger aus Sandwichs Prophezeiungen ist, obwohl ihm diese Tatsache immer noch nicht gefällt. Noch weniger gefällt ihm allerdings, ein Wüter zu sein, obwohl es auch seine Vorteile hat. Gregor ist weniger ängstlich, als bei seinen Abenteuern zuvor, da er weiß, dass er sich im Notfall verteidigen kann. Aus diesem Grund riskiert er ständig eine dicke Lippe, ist aufmüpfig und wirkt dadurch lebensecht. Er rastet auch hin und wieder aus, verliert die Geduld, ein waschechter Teenager, dem Aufgaben auferlegt wurden, denen er nicht gewachsen zu sein scheint. Und genau diese Charakterzüge machen ihn so liebenswert, denn man leidet mit ihm (ähnlich wie mit Harry Potter) und versteht, warum ihm das Unterland langsam zum Halse heraushängt. 

Neue Gefährten schließen sich Gregor an, doch genauso viele lassen ihr Leben im Kampf um das Heilmittel. Obwohl es ein Kinderbuch ist, haben mich einige der Ereignisse erschüttert. Mit dem Tod einiger bestimmten Figuren hatte ich nicht gerechnet, aber es wäre nicht realistisch, wenn niemand aus der Gruppe bei so einer gefährlichen Mission den Tod finden würde. 

Eine meiner liebsten Figuren ist und bleibt allerdings Ripred, ein Nager, der sich mit den Menschen gegen die anderen Ratten verbündet hat, weil er nach Macht strebt. Er behandelt Gregor - im Gegensatz zu den anderen - nicht mit Samthandschuhen, sondern fordert ständig von ihm, dass er alles gibt. Auch wenn Ripreds Methoden manchmal ein wenig grausam sind, zeigt er, wenn es darauf ankommt, auch Mitgefühl. Trotzdem bleibt er ein undurchsichtiger Charakter, dessen Pläne ich schlecht durchschauen kann. Ich bin gespannt, auf welche Seite sich Ripred letzten Endes schlagen wird. 

Nicht nur die Gefahren, denen Gregor und seine Gefährten im Dschungel ausgesetzt sind, machen das Buch zu einem Pageturner, die Prophezeiung des Bluts muss enträtselt werden, um das Heilmittel zu finden. Dieser Part gefällt mir am besten an dieser Kinderbuchreihe, da man zwar versuchen kann, die Prophezeiung zu entschlüsseln, sie am Ende aber etwas völlig anderes bedeutet als erwartet. Ich freue mich jedes Mal auf den Aha-Moment am  Ende des Buches, in dem alles endlich aufgeklärt wird und einen Sinn ergibt.  

Fazit
Spannend, spannender, Gregor! Auch der dritte Band konnte mich absolut begeistern. Witzige, mutige, schlagfertige und undurchsichtige Figuren, überraschende Wendungen, eine Prophezeiung zum Miträtseln und ein unglaublich buntes und fantasievolles Setting hat der dritte Band der Gregor-Reihe zu bieten. Also alles, was das Kinder- und Erwachsenenherz begehrt! 




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