Rezension: House of Night - Gezeichnet

Violetta | Samstag, 27. Januar 2018 |

Buchtitel: House of Night - Gezeichnet
Autor: P. C. Cast und Kristin Cast
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 464
Format: Taschenbuch
Preis: 9,90 €





Klappentext
Als auf der Stirn der 16-jährigen Zoey eine saphirblaue Mondsichel aufscheint, ist ihr sofort klar, dass sie Gezeichnet worden ist und im House of Night zum Vampyr ausgebildet werden soll. Doch sie ist keine normale Jungvampyrin: Die Göttin Nyx hat sie mit besonderen Kräften versehen. Und Zoey ist nicht die Einzige im Internat mit solchen Fähigkeiten. Als sie herausfindet, dass die Anführerin der Töchter der Dunkelheit, einer Elitegruppe der Schule, ihre Gaben missbraucht, muss sie ihren ganzen Mut aufbringen, um sich ihrer Bestimmung zu stellen …
Gezeichnet ist der furiose Auftakt zu Zoeys Entdeckungsreise zwischen den Welten, zwischen Licht und Dunkel und letztendlich zu sich selbst.

(Quelle: Bastei Lübbe)

Meine Meinung
Zoey lebt in einer Welt, in der urplötzlich Jugendliche mit einem mondsichelförmigen Mal auf der Stirn von der Göttin Nyx gezeichnet werden und sich kurze Zeit später in Vampyre verwandeln. Genau das geschieht auch mit der 16-jährigen Zoey. Kurz darauf zieht sie ins Vampyr-Internat, das House of Night. Sie möchte nichts weiter, als sich anzupassen und schnell Anschluss zu bei den anderen Jungvampyren zu finden, zu ihrem Leidwesen unterscheidet sich jedoch ihre Mondsichel von den der anderen, sodass sie wie eine wandelnde Kuriosität von allen angestarrt wird. Schon am ersten Tag verscherzt sie es sich mit Aphrodite, der Anführerin der Töchter der Dunkelheit, einer elitären Gruppe des House of Night, die ihre Macht ausnutzt. Doch das kann Zoey, die eine besondere Verbindung zu Nyx hat, unter keinen Umständen zulassen ... 

Das Buch ist aus Zoeys Perspektive geschrieben, sodass man all ihre Erlebnisse und Gedanken hautnah miterlebt. Bereits im ersten Kapitel wird Zoey gezeichnet, was bedeutet, dass sie ihr altes Leben von Jetzt auf Gleich hinter sich lassen muss, um im House of Night zu einem Vampyr ausgebildet zu werden. Leider konnte ich mich nur schwer in Zoey hineinversetzen, da ihr das Ende ihres alten Lebens nichts auszumachen scheint. Sie akzeptiert ihr Schicksal, als gäbe es keinen einzigen Menschen, den sie vermissen würde. Weder ihre angeblich beste Freundin Kayla, noch ihre Familie oder ihr Ex-Fast-Freund Heath scheinen ihr zu fehlen, als im House of Night ihr neues Leben als Jungvampyr beginnt. 

Die Idee eines Vampyr-Internats kannte ich bereits aus "Vampire Academy", einer sechsteiligen Reihe von Autorin Richelle Mead, die mich sehr begeistern konnte. Das House of Night schien mir dagegen ein billiger Abklatsch mit unreifen Jugendlichen zu sein, die sich ständig nur gegenseitig an die Wäsche wollen. Bereits zu Anfang, als Zoey zum ersten Mal Erik Night in einer prekären Lage trifft, spielte ich mit dem Gedanken, das Buch abzubrechen, da ich solche Szenen und Worte nicht in einem Jugendbuch erwartet hatte. Ich habe gehofft, dass wenigstens der Schulalltag im House of Night ungewöhnlich und interessant sein würde, leider erwartete mich in den folgenden Kapiteln nur gähnende Langeweile. Dass insgesamt vier Rituale, bei denen die vier Elemente und der Geist beschworen wurden, stattfanden, trug auch nicht unbedingt dazu bei, das Geschehen weiter verfolgen zu wollen. 

Abgesehen von Zoeys in Klammern geschriebenen, schrecklich nervigen und unnötigen Kommentaren gefiel sie mir als Protagonistin einigermaßen gut. Die Nebenfiguren zerrten jedoch gewaltig an meinen Nerven. Vor allem Zoeys Freunde Damien, die "Zwillinge" Erin und Shaunee und Stevie Rae gingen mir gehörig auf den Geist, ebenso wie Kayla und Heath, Zoeys menschliche Freunde. 

Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist abgrundtief jugendlich. So sehr, dass mir beinahe schlecht davon wurde. Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, die Parodie eines Vampirbuchs zu lesen, da weder Zoey noch ihre Freunde irgendeine Art von Tiefgründigkeit zeigten. Obwohl sie jederzeit sterben könnten (die Wandlung zum Vampyr überleben nicht alle Jungvampyre) verbringen sie lieber ihre Zeit mit hirnlosem Gequatsche, Lästereien und ständigen Blicken in den Spiegel. Es fehlen eindeutig tiefgründige Gedanken zwischen all dem Teenie-Drama. 

Besonders irritiert hat mich auch die Kombination dreier grundverschiedener Themen, deren Zusammensetzung meiner Meinung nach keine gute Mischung ergibt. Vampyre, griechische Mythologie und Indianerlegenden? Wahrscheinlich kann ich froh sein, dass keine Außerirdischen, Einhörner und Zombies das Buch bevölkerten. 

Gegen Ende hin kam zum Glück noch ein wenig Spannung auf, als Zoey sich Aphrodite widersetzt und ihre Gaben entdeckt. Auch die merkwürdigen, nach Verwesung stinkenden Gestalten, die Zoey auf dem Campus des Internats gesehen hat, weckten meine Neugier ein klein wenig auf die folgenden Bände, die ich mir allerdings allein aufgrund des Schreibstils nicht antun werde. 

Fazit
Jugendliche werden bei diesem Buch vielleicht auf ihre Kosten kommen. Wer allerdings Tiefgründigkeit, eine spannende Handlung und liebenswerte Figuren erwartet, bleibt auf der Strecke. Besonders der sehr jugendliche, nervtötende Schreibstil und die zahlreichen ebenfalls nervtötenden Nebenfiguren rauben dem Reihenauftakt das Potential zu einem fesselnden Vampirroman à la "Vampire Academy". 



Kommentare:

  1. Hallo liebe Violetta!

    Ich bin ein riesen Fan von Vampire Academy, mochte damals aber auch House of Night total gerne. (Es ist Jahre her, dass ich die Reihe gelesen habe). Allerdings wird sie ca. ab Band 4 nur noch schlechter und schlechter. Ich war irgendwann so angenervt, dass ich die Reihe nichtmal mehr beendet habe, auch wenn ich alle Bücher dazu zu Hause habe. Du versäumst also definitiv nichts. ;)

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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    1. Hallo liebe Nina!

      Den ersten Teil von Vampire Academy mochte ich auch sehr, die anderen fünf warten noch darauf, von mir gelesen zu werden. Ich hatte mir leider von "House of Night" auch den zweiten und dritten Band gekauft, werde die Bücher nun aber alle tauschen, weil ich so enttäuscht von Band 1 bin. Außerdem lese ich ungern Reihen mit zu vielen Bänden. Eine Trilogie ist okay, aber viel mehr Bücher müssen es nicht sein.

      Liebe Grüße
      Violetta

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