Rezension: Gregor und der Schlüssel zur Macht

Violetta | Sonntag, 7. Januar 2018 |

Buchtitel: Gregor und der Schlüssel zur Macht
Autor: Suzanne Collins
Verlag: Oetinger
Seiten: 208
Format: Softcover
Preis: 8,99 €





Klappentext
Gregor kann es nicht fassen. Eben noch hat er mit seiner kleinen Schwester Boots im Central Park gespielt und auf einmal ist sie verschwunden. Ein riesiges Kakerlakenbein weist ihm den Weg ins Unterland - jenes Land unterhalb von New York, in das Gregor nie wieder zurückwollte. Dort warten schon seine Fledermaus Ares, die rebellische Prinzessin Luxa und eine neue Prophezeiung auf ihn. Es geht um eine weiße Ratte und darum, dass Gregor verlieren könnte, was er am meisten liebt. Gregor hat keine Wahl: Er muss sich der Prophezeiung stellen und den gefährlichen Weg übers Wasser in das Herz des Labyrinths wagen. Denn an diesem Ort wird er über die Zukunft des Landes entscheiden ...

(Quelle: Oetinger)

Meine Meinung
Ein halbes Jahr ist vergangen, seit Gregor und Boots aus dem Unterland nach New York zurückgekehrt sind und nun steht Weihnachten vor der Tür. Doch Gregors Leben sieht alles andere als rosig aus, denn finanziell ist es um die Familie nicht gut bestellt. Als hätte Gregor nicht genug Probleme, als sich um seinen kranken Vater, die vergessliche Großmutter und die beiden jüngeren Schwestern zu kümmern, wird Boots auch noch ins Unterland verschleppt, in das Gregor nie wieder zurückkehren wollte. Die Einwohner Regalias haben jedoch andere Pläne mit dem Krieger, denn eine weitere Prophezeiung besagt, dass Gregor die weiße Ratte, den Fluch des Unterlandes, töten muss, wenn er nicht Gefahr laufen will, Boots zu verlieren. Eine Reise über das Wasser beginnt. Alte Freunde und neue begleiten ihn ins Labyrinth, in dem er sich der weißen Riesenratte stellen muss, doch auf dem Weg dorthin lauern Gefahren und Kreaturen, die nicht nur seinen Auftrag bedrohen, sondern auch das Leben all seiner Gefährten. 

Das zweite Abenteuer von Gregor, dem Krieger, und seiner Schwester Boots nahm mich genauso gefangen wie der Vorgänger. Anfangs erfährt man, was genau geschehen ist, nachdem die Kinder mit dem verschollenen Vater plötzlich wieder nach Hause zurückgekehrt waren und wie die Ereignisse im Unterland Gregors Leben im Oben beeinflussten. Schnell findet der Leser sich jedoch in Regalia mit einem schlecht gelaunten Gregor und einer begeisterten Boots wieder. 


Man trifft auf alte Bekannte, wie den Kakerlak Temp, dessen Sprechweise mich häufig zum Lachen brachte, Ripred, die undurchsichtige Ratte, bei der ich mir nicht sicher bin, auf welcher Seite sie wirklich steht, Prinzessin Luxa und Gregors Fledermaus Ares, die sich beide noch nicht von den vergangenen Ereignissen erholt haben. Aber auch neue Figuren werden eingeführt. Luxas Cousins und Cousinen sind in Regalia zu Besuch und Twitschtip, eine Ratte mit einer sehr seltenen besonderen Fähigkeit, vervollständigt das neue Team, das aufbricht, um Regalia erneut vor dem Untergang zu bewahren. Man lernt auch eine andere Seite von Gregor kennen. Im ersten Band noch unsicher, fährt er in seinem zweiten Abenteuer im Unterland anderen - auch ranghöheren - Menschen (und Fledermäusen) über den Mund und findet zudem heraus, dass er ein besonderes Talent besitzt, das ihm helfen wird, die weiße Ratte zu besiegen und seine Gefährten zu beschützen. 


Zum Schreibstil der Autorin kann ich nur so viel sagen, dass man förmlich durch die Seiten fliegt und das Buch nicht aus der Hand legen möchte. Nach beinahe jedem Kapitel gibt es einen Cliffhanger, was das Bedürfnis, sofort ins nächste einzutauchen, enorm steigert. Auch dieses Buch ist in der dritten Person aus ausschließlich Gregors Perspektive geschrieben, was mir sehr gut gefallen hat. 

Die Handlung wird von Kapitel zu Kapitel spannender, die Gefahren, die auf dem Wasserweg lauern, sind teilweise innovativ. Vor allem die zahlreichen neuen sprechenden Riesentiere, die in diesem Band auftreten, machen die Lektüre zu einem ganz besonderen Erlebnis. Obwohl es sich bei dieser Reihe um Kinderbücher handelt, sind die Kämpfe blutig und enden auch ab und zu tödlich. Doch nicht nur Gregors Feinde finden den Tod, auch einige Freunde verliert er auf seiner Reise, sodass die Figuren auch mit Trauer zu kämpfen haben. 

Die in diesem Band auftauchende neue sich reimende Prophezeiung wird Strophe für Strophe entschlüsselt und erst ganz am Ende erfährt der Leser, was es damit wirklich auf sich hat. Das Ende war eine Meisterleistung der Autorin, das mich so kalt erwischt hat, dass meine anfängliche Bestürzung einem Lachanfall wich. Einfach unglaublich! 

Fazit
Auch Band zwei der fünfteiligen Kinderbuchreihe konnte mich absolut mit seiner atemberaubenden Handlung, den überraschenden Wendungen und den sympathischen Figuren (menschlicher sowie tierischer Natur) für sich einnehmen und übertrifft wider Erwarten sogar den ersten Band. Diese Reihe werde ich definitiv nicht nur einmal lesen. 




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen