Rezension: Dein Leuchten

Violetta Leiker | Dienstag, 16. Januar 2018 |

Buchtitel: Dein Leuchten
Autor: Jay Asher
Verlag: cbt
Seiten: 320
Format: Softcover
Preis: 14,99 €





Klappentext
Jedes Jahr zu Weihnachten reist Sierra mit ihren Eltern nach Kalifornien, um dort auf der Familienplantage Weihnachtsbäume zu verkaufen. Doch diesmal wird Sierras Welt auf den Kopf gestellt. Sierra verliebt sich – das erste Mal, unsterblich und mit aller Macht. In Caleb, den Jungen mit den Grübchen, der Weihnachtsbäume verschenkt und eine dunkle Vergangenheit verbirgt, denn Caleb soll seine Schwester angegriffen haben. In seiner Heimatstadt ist er deshalb ein Außenseiter. Sierras Eltern, ihre Freunde, alle warnen sie davor, sich auf ihn einzulassen. Doch Sierra kann nicht glauben, dass Caleb gefährlich ist, und riskiert alles, um ihre große Liebe zu gewinnen …

(Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung
Nur nicht verlieben! Das nimmt sich die 17-jährige Sierra jedes Jahr vor, sobald sie mit ihren Eltern nach Kalifornien aufbricht, um Weihnachtsbäume zu verkaufen. Doch leichter gesagt als getan. Als Caleb in ihr Leben tritt, wirft Sierra alle Vorsätze über Bord und trifft sich mit ihm, um - angeblich - ihrer Freundin Heather einen Gefallen zu tun und gemeinsam mit ihr und deren Freund Devon Pärchentreffen abhalten zu können. Und obwohl Sierra das Gerücht zu Ohren kommt, dass Caleb seine Schwester mit einem Messer angegriffen haben soll, kann sie nicht umhin, ihm zu vertrauen. Leider ist sie da die Einzige ... 

Die Geschichte wird ausschließlich aus der Ich-Perspektive von Sierra erzählt. Jay Ashers Schreibstil empfand ich als angenehm und die Geschichte ist in einem ruhigen Erzählton gehalten. Allerdings wünschte ich mir an mancher Stelle ein wenig mehr Gefühl. Bei Sätzen wie "Ich weinte" oder "Ich war wütend" kommen bei mir keine Gefühle an. Ein bisschen mehr "Show - don't tell" hätte diesem Roman gutgetan. 

Obwohl der Anfang - die ersten Kapitel - etwas langatmig und ereignislos war, hatte ich gehofft, dass Spannung aufkommt, sobald Sierra in Kalifornien ankommt. Doch auch da dauert es meiner Meinung nach zu lange, bis etwas Aufregendes passiert. Man lernt zuerst Sierras Freundinnen, Elizabeth und Rachel, in Oregon kennen, zwei wandelnde Klischees, und kurz darauf einen weiteren klischeebelasteten Charakter, Sierras kalifornische Freundin Heather. Von Mädchen, die ständig nur darauf aus sind, andere zu verkuppeln, während sie selbst nur oberflächliche Beziehungen führen, habe ich leider schon zu oft gelesen. Außerdem sind sie mir wegen ihrer Einstellung unsympathisch. 

Erst als Sierra und Caleb sich begegnen, nimmt die Geschichte ein wenig Fahrt auf. Ein klein wenig. Caleb war mir auf Anhieb sympathisch, leider änderte sich das im Laufe der Geschichte, da er sich ständig nur in Selbstmitleid suhlt, statt selbstbewusst zu seiner Vergangenheit zu stehen. Sierra konnte mich mit ihrer Bodenständigkeit und Loyalität von sich überzeugen. Auch alle anderen Figuren - abgesehen von Sierras Freundinnen - sind authentisch gezeichnet und wirken wie aus dem Leben gegriffen. 

Nachdem schon im Klappentext steht, dass Caleb seine Schwester angegriffen haben soll und Sierra trotz aller Widrigkeiten für ihre Liebe kämpft, hätte ich so viel mehr Drama und Romantik erwartet. Und obwohl es Szenen zwischen Caleb und Sierra gibt, die mich zum Schmunzeln gebracht haben, auf Romantik oder Herzklopfmomente habe ich vergeblich gewartet. Auch das Drama um Calebs Vergangenheit wirkte auf mich gekünstelt und gar nicht der Rede wert. Es ist schade, dass in seiner Heimatstadt wegen dieses Vorfalles getratscht wird und ihm keiner eine zweite Chance geben will, aber meiner Meinung nach steigert er sich ein wenig zu sehr hinein in die Rolle des Opferlamms. Sierras Kampf für ihre Liebe bestand leider auch nur darin, zwei freundliche Unterhaltungen mit ihren Eltern zu führen, die ihrer vorbildlichen Tochter schließlich erlaubten, sich weiterhin mit Caleb zu treffen. Also wenn das ein Kampf sein soll ... 

Alles in allem konnte mich der Roman (hauptsächlich aufgrund der Dialoge zwischen Sierra und Caleb) auf eine sehr ruhige Art und Weise, ganz ohne Spannung, Drama und Romantik, unterhalten und mich - obwohl die Festtage vorüber sind - in weihnachtliche Stimmung versetzen. Meinen Erwartungen konnte das Buch allerdings nicht gerecht werden. 

Fazit
"Dein Leuchten" ist eine nette Geschichte und eignet sich ideal für einen gemütlichen Winterabend. Es gibt süße Momente zwischen den Hauptfiguren, Romantik und dramatische Wendungen darf man allerdings nicht erwarten. Die leichte, vor sich hinplätschernde Handlung konnte mich nicht vom Hocker reißen, aber mir trotz allem ein paar unterhaltsame Stunden bescheren. 



Kommentare:

  1. Ich habe das Buch mittlerweile auch seit einem Jahr auf dem SuB liegen und komme einfach nicht voran :/ Oh man, deine Rezension zieht meinen Blick auch nicht gerade wieder auf das Buch :D
    Liebst, Lara von Bücherfantasien :)

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    1. Hallo Lara,

      es ist nicht wirklich schlecht, aber eben viel schlechter als ich erwartet habe. Unterhalten konnte es mich schon, für meinen Geschmack gab es aber zu wenig Drama und die "Probleme" wurden zu einfach gelöst. Du solltest es trotzdem versuchen. Ein Buch zum Entspannen ist es allemal.

      Liebe Grüße
      Violetta

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