Rezension: Enders Spiel

Violetta Leiker | Freitag, 1. Dezember 2017 |

Buchtitel: Enders Spiel
Autor: Orson Scott Card
Verlag: Heyne fliegt
Seiten: 464
Format: Softcover
Preis: 8,99 €





Klappentext
Nur dem äußeren Anschein nach ist Andrew Wiggin, genannt Ender, ein ganz normaler Junge. Tatsächlich hat man ihn dazu auserwählt, zu einem militärischen Genie zu werden, das die Welt braucht, um einen übermächtigen Feind zu besiegen. Aber Enders Geschichte verläuft anders, als es die Militärs geplant haben. Völlig anders …

(Quelle: Verlagsgruppe Random House)

Meine Meinung
Nachdem ich durch Zufall die Verfilmung dieses Science-Fiction-Romans gesehen habe, stand fest, dass ich das Buch dazu lesen muss, das mit zahlreichen zusätzlichen Szenen und Hintergrundwissen den Film um Längen schlägt. 

In der Geschichte geht es um den sechsjährigen hochintelligenten Ender, ein vielversprechendes Taktiktalent, das das Militär zum Kommandanten ausbilden will, um die bevorstehende Schlacht gegen die Krabbler, eine außerirdische Spezies, zu gewinnen. Um dies zu erreichen, um Enders ganzes Potential auszuschöpfen, wird er in der Kampfschule, die sich mitten im Weltall befindet, von seinen Kameraden abgesondert. Aus lauter Einsamkeit gibt Ender bei den "Spielen" sein Bestes und verdient sich schnell den höchsten Rang, was jedoch unter einigen der anderen Truppenführer zu Neid führt. Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Freunden muss sich Ender nicht nur gegen die hinterhältigen Intrigen der anderen Schüler behaupten, sondern vor allem gegen seine Lehrer, die ein falsches Spiel mit ihm spielen. Enders Sieg oder Niederlage entscheidet über nichts Geringeres als das Schicksal der Menschheit.

Am Anfang der Geschichte ist Ender erst sechs Jahre alt, was mich ein wenig irritiert hat, da seine Gedanken und Handlungen eher einem älteren Kind entsprechen, da er aber hochintelligent ist, habe ich mich schnell daran gewöhnt, mir ein so junges Kind als Protagonisten vorzustellen. Nicht nur in der Kampfschule hat Ender es unheimlich schwer, sondern schon auf der Erde, wo er von seinem tyrannischen Bruder Peter gequält wird, da das Militär Pläne mit Ender hat, Peter jedoch bereits abgeschrieben hat. Seine Familie, seine Kindheit, alles wird ihm genommen, zudem sondern die Lehrer ihn von den anderen Schülern ab, loben ihn vor den anderen, um Neid und Missgunst zu erzeugen und Ender weiter zum Außenseiter zu machen. Ich hatte beim Lesen unheimlich großes Mitleid mit dem kleinen Jungen, der eine so große Bürde auf seinen Schultern trägt. Ein wenig erinnerte mich sein Schicksal an das von Harry Potter, auch wenn ihre Geschichten grundverschieden sind. 

Der Schreibstil ist so flüssig und interessant, dass ich das Buch ungern zur Seite gelegt habe, ebenso trugen die vielen spannenden Szenen dazu bei. Die Geschichte wird zum größten Teil aus Enders Perspektive im personalen Erzählstil erzählt, es sind aber auch einige Szenen vorhanden, in denen man erfährt, was seine Geschwister, Peter und Valerie, in seiner Abwesenheit auf der Erde treiben, sowie Dialoge zwischen Graff und Anderson, die Enders Bemühungen in der Kampfschule verfolgen und manipulieren. Leider hatte das Buch auch einige Längen. Es fiel mir besonders bei den "Spielen", bei denen zwei Mannschaften im schwerelosen Raum gegeneinander antreten, schwer, konzentriert zu bleiben, da ich mir viele Manöver gar nicht vorstellen konnte bzw. nicht verstanden habe. 

Das Ende ist überraschend und überwältigend. Das Mitleid, das ich mit Ender von Anfang an aufgrund seines schweren Schicksals hatte, stieg ins Unermessliche. 

Fazit
Dieses spannende Science-Fiction-Abenteuer, in dem ein hochintelligentes Kind nach Freundschaft und Liebe strebt, während das Schicksal der Menschheit von seinen Fähigkeiten als Taktiker und seiner inneren Stärke abhängt, überzeugt durch eine ungewöhnliche Handlung und eine Hauptfigur, die man einfach ins Herz schließen muss. Man kommt nicht umhin, mit Ender zu leiden und sich zu wünschen, der gute Freund für ihn zu sein, nachdem er sich immer gesehnt hat. 



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