Rezension: Atlantia

Violetta | Sonntag, 12. November 2017 |

Buchtitel: Atlantia
Autor: Ally Condie
Verlag: Fischer FJB
Seiten: 416
Format: Hardcover
Preis: 16,99 €





Klappentext
Zwillinge. 
Sie waren für ein gemeinsames Leben bestimmt. 
Doch das Schicksal trennte sie. 

Bay, du fehlst mir so sehr, flüsterte sie in die Muschel. Aus dem Inneren tönte ein rauschender Gesang und erinnerte an eine Zeit, als Wasser und Land noch zusammengehörten. Wo auch immer an der Landoberfläche ihre Schwester nun war, sie musste sie finden – auch wenn es niemandem erlaubt war, die Stadt unter der Glaskugel zu verlassen. 

In einer Welt, die in Wasser- und Landbevölkerung aufgeteilt ist, werden die Zwillingsschwestern Rio und Bay durch einen Schicksalsschlag getrennt. Bay tritt ihre Reise zur Oberfläche an. Rio bleibt in Atlantia zurück. Um ihre Schwester wiederzusehen, muss sie herausfinden, warum Wasser und Land getrennt wurden und welche wunderbare und zugleich zerstörerische Gabe die Frauen der Familie verbindet.

(Quelle: Lovelybooks)

Meine Meinung
Die Zwillingsschwestern Rio und Bay stehen sich sehr nahe, auch der Tod ihrer Mutter, der Hohepriesterin des Tempels, ändert daran nichts. Bei der alljährlichen Zeremonie, bei der alle Jugendlichen die unwiderrufliche Entscheidung treffen müssen, ob sie in der Unterwasserstadt Atlantia oder im Oben leben wollen, geschieht das Unfassbare. Bay verlässt Atlantia, obwohl es Rios größter Traum war, das Oben zu sehen. Von allen im Stich gelassen, wendet sie sich an die einzige lebende Verwandte, um den Tod ihrer Mutter und Bays Entscheidung, nach Oben zu gehen, aufzuklären. Aber kann sie Maire, der Schwester ihrer Mutter, die von Atlantias Bevölkerung aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten gemieden wird, trauen? Rio tut alles dafür, um ihrer Schwester zu folgen und entdeckt mit True, dessen bester Freund sich ebenfalls für das Oben entschieden hat, dass in Atlantia ein Verräter weilt, der die Macht hat, die gesamte Stadt zu vernichten. 

Der Einstieg in die Geschichte, die aus Rios Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, fiel mir sehr leicht. Ein Schicksalsschlag nach dem anderen folgt rasant aufeinander, sodass ich nicht anders konnte und Mitleid mit Rio empfand, die nicht nur ihre Mutter und Schwester, sondern auch ihren Job im Tempel verliert und fortan Drohnen reparieren muss. Da sie eine monotone Stimme hat, finden die anderen Bewohner Atlantias sie merkwürdig. Freunde hat sie keine, nur eine von allen gemiedene Tante, die eine Schlüsselrolle beim plötzlichen Tod ihrer Mutter inne zu haben scheint. Rio ist hin- und hergerissen und weiß nicht, wem sie trauen kann. Schließlich lernt sie True kennen, dessen bester Freund Fen ebenfalls nach Oben gegangen ist. Rio und True freunden sich an und schon bald entwickeln die beiden Gefühle füreinander, aber keiner der beiden traut dem jeweils anderen. Sie behalten ihre Geheimnisse für sich, Geheimnisse, von denen auch der Leser erst nach und nach erfährt. Die Liebesgeschichte kam für mich völlig unerwartet, sie ist jedoch sehr zurückhaltend und nimmt keinen großen Raum ein. Mir hätten ein paar romantische Szenen mehr nichts ausgemacht. 

Obwohl die Geschichte keine Actionszenen enthält, ist die Geschichte aufgrund der vielen unvorhergesehenen Wendungen und der zahlreichen Geheimnisse, die es zu lüften gibt, durchweg spannend. Wie ist Ozeana, Rios Mutter, wirklich gestorben? Was verbirgt Maire? Warum ist Bay nach Oben gegangen? Und warum verhält sich der neue Hohepriester Nevio so seltsam? Diese und noch viel mehr Fragen liegen die ganze Geschichte über in der Luft, sodass meine Neugier stets auf einem hohen Level war. 

Besonders hervorzuheben ist das Setting. Atlantia ist eine außergewöhnliche Stadt, in der es viel zu entdecken gibt. Die Menschen glauben an Götter, die die Gestalt von Tieren aus dem Oben nachahmen und der Tempel, in dem Rio wohnt, ist das Zentrum Atlantias. Der Glaube an die Götter und die stets präsente Blasphemie spielt eine entscheidende Rolle, was mir sehr gefallen hat. 

Der Schreibstil war angenehm flüssig, die Autorin gab immer nur häppchenweise Informationen frei, um die Spannung zu halten. Alle Figuren, besonders Rio und True, waren mir sehr sympathisch. Bis zum Schluss habe ich mitgerätselt, auf welcher Seite Maire eigentlich steht. 

Nur das Finale hat mich ein wenig enttäuscht, da Rio die Rettung Atlantias ein wenig zu schnell und einfach gelang. An dieser Steller hätte ich mir ein paar mehr Hindernisse und ein wenig Action gewünscht. 

Fazit
"Atlantia" ist eine außergewöhnliche Geschichte über ein mutiges Mädchen, das allen Widrigkeiten zum Trotz ihren Traum, das Oben zu sehen, nicht aufgibt. Das besondere Setting, die von zahlreichen Geheimnissen gespickte Handlung sowie die sympathischen Figuren sollte niemand versäumen. Ein Buch zum Miträtseln und -fiebern. 



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