Rezension: Hexenfluch

Violetta Leiker | Freitag, 27. Oktober 2017 |

Buchtitel: Hexenfluch
Autor: Lynn Raven
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 432
Format: Softcover
Preis: 12,99 €





Klappentext
Im Leben der erfolgreichen Ärztin Ella Thorens gibt es nicht viel außer ihrem Beruf. Seit ihre Mutter sie und ihren Vater verließ, hält sie ihr Herz sorgsam verschlossen. Ella ahnt nicht, dass ihre Mutter ihr ein besonderes Erbe hinterlassen hat, bis sie eines Abends Zeugin wird, wie eine Gruppe vermummter Gestalten einen Mann zusammenschlägt. Ella kann die Angreifer vertreiben, doch als sie den Verletzten berührt, fühlt sie, wie eine neue Macht sie durchströmt. Denn Christian Havreux ist ein Hexer, und der Kontakt mit ihm erweckt Ellas magische Kräfte. Christian überredet Ella, sich von ihm ausbilden zu lassen, doch dabei verfolgt er nicht nur uneigennützige Pläne …

(Quelle: Droemer Knaur)

Meine Meinung
Die Geschichte ist aus mehreren Perspektiven erzählt, meistens jedoch aus Sicht der Ärztin Ella, die ein gewöhnliches Leben führt, bis sie eines Tages einem Mann das Leben rettet, der sich als der erfolgreiche Unternehmen Christian Havreaux herausstellt. Widerwillig lässt sich Ella von ihm in die Kunst der Hexerei einführen, um ihr eigenes Leben zu schützen, und nach und nach sind es nicht die Lehrstunden, nach denen sie sich sehnt, sondern Christian selbst. Aber Christian ist nicht der, der er vorgibt zu sein, und eine naive kleine Hexe wie Ella ist genau das, was er braucht, um sich aus jahrhundertelanger Knechtschaft zu befreien. 

Leider bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Ich habe viel mehr Magie und eine harmlose Liebesgeschichte erwartet, wurde aber von einer Geschichte für Erwachsene mit detailreichen erotischen Szenen überrascht. Da ich Erotik in Büchern absolut nicht leiden kann, haben mich diese Szenen sehr gestört. Sex, Gewalt und perverse Dämonenpraktiken dominieren hier leider. Diese hätte die Autorin meiner Meinung nach gerne reduzieren können und stattdessen der Magie und der Schattenwelt, die nur am Rande erwähnt wird, mehr Platz einräumen sollen. 

Der Schreibstil ist wie immer flüssig und spannend, die Handlung ist es jedoch nur teilweise. Es fiel mir anfangs schwer, mich mit Ella zu identifizieren, sodass es mir nicht leicht gefallen ist, Zugang in die Geschichte zu finden. Der Anfang war auch recht verwirrend, da aus der Perspektive unbekannter Personen berichtet wird, auf die man sich erst viel später einen Reim machen kann. Bis dahin hatte ich allerdings schon ihre Namen vergessen. Das hat die Spannung noch einmal gehemmt. 

Die Magie oder Hexerei wurde leider auch nicht weiter erklärt. Ella hat ihre Fähigkeiten von ihrer Mutter geerbt, aber wie genau sie funktionieren, wurde nicht weiter erläutert. Es ist nur die Rede von Bannflüchen, Heilungskräften und Puppenspielerfähigkeiten. Ich hätte gerne erfahren, wie genau die Hexer ihre magischen Kräfte beschwören. 

Die Beziehung zwischen Ella und Christian steht definitiv im Mittelpunkt der Handlung. Die Gefühle, die sich langsam zwischen den beiden anbahnen, fand ich nachvollziehbar; die sich daraus entwickelte Liebesbeziehung sorgte für Herzklopfmomente. 

Das große Finale endete leider zu abrupt. Um Spannung zu erzeugen, verwendete die Autorin abgehackte Sätze und einzelne Worte. Leider sorgte dieser Schreibstil auch dafür, dass nicht ersichtlich wurde, wer den großen Bösewicht am Ende besiegt hat. War es Ella oder doch Christian? Sehr emotional wurde es dennoch am Ende, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. 


Fazit
Obwohl mich die zahlreichen Erotik- und Gewaltszenen erheblich gestört haben, und die magischen Elemente zu kurz kamen, konnte mich die Handlung und die sich langsam anbahnende Liebesgeschichte zwischen Ella und Christian überzeugen. Der Schluss ist der Autorin sehr gelungen, denn er sorgte noch einmal für ordentlich Spannung und ein herzzerreißendes Happy End. 



Kommentare:

  1. Liebe Violetta,

    ach du je! Ok, dann hat sich das mit dem Buch erledigt.^^

    Weißt Du, was ich ja gar nicht leiden kann, wenn auf dem Klappentext nicht deutlich wird, um was es eigentlich geht. So was macht mich immer richtig sauer. Wenn ich eine Wundertüte kaufen will, dann kauf ich eine Wundertüte und kein Buch.
    Ich werde da schon grantig, wenn ich das nur bei Dir lese. Ich denk dann immer: Was zur Hölle soll das? Hat der Verlag das Buch nicht gelesen?

    Danke jedenfalls für Deine Rezi!
    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Liebe Lilly,

      ich hatte wirklich eine andere Geschichte erwartet. Von so viel Gewalt und den zahlreichen erotischen Szenen fühlte ich mich regelrecht überrumpelt, da ich dieses Genre normalerweise meide. Ich habe mit einem harmloseren Roman gerechnet.

      Das, was im Klappentext steht, stimmt schon mit dem Inhalt überein, aber wer einen harmlosen, romantischen Fantasyroman erwartet, wird enttäuscht werden.

      "Der Kuss des Kjer", "Der Spiegel von Feuer und Eis", "Seelenkuss" und "Blutbraut" sind allerdings sehr empfehlenswert.

      Liebe Grüße
      Violetta

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    2. Liebe Violetta,

      ich finde halt, dass im Klappentext schon hätte deutlich werden müssen, dass es um Gewalt und Erotik geht. Wenn man den so liest, dann denkt man doch, es geht hier hauptsächlich um Magie.
      Und gerade Gewalt und Erotik sind ja zwei Themen, die viele Leute nicht lesen mögen.

      Liebe Grüße
      Lilly

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    3. Liebe Lilly,

      das stimmt. Ich bin auch absolut kein Fan von Erotik und Gewalt. Wirklich schade, dass der Klappentext so irreführend ist.

      Liebe Grüße
      Violetta

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