Babyglück

Violetta Leiker | Sonntag, 20. August 2017 |

Fast vier Wochen ist es jetzt her, dass ich gemeinsam mit meinem Ehemann stundenlang vor dem Kreißsaal auf die Durchführung des Kaiserschnitts gewartet habe. Der 24. Juli 2017, den die Ärzte des hiesigen Krankenhauses als Termin ausgesucht haben, entpuppte sich als heiß begehrter Geburtstag, sodass die Operation ca. sechs Stunden später stattfand als geplant. 

Meine Nerven lagen blank. Ich wollte alles Unangenehme schnell hinter mich bringen und nach über neun Monaten Wartezeit mein Kind endlich im Arm halten. Gegen 16:00 Uhr wurde dieser Traum wahr. Stolz betrachteten mein Mann, der mir während des Eingriffs den Rücken stärkte, und ich das kleine hilflose Geschöpf, das von nun an unser beider Leben auf den Kopf stellen würde. Die Gefühle, die der Anblick meines Sohnes in mir auslösen, sind unbeschreiblich. Ich kann mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. 

Die fünf Tage im Krankenhaus waren alles andere als erholsam. Die Tage waren lang, die Nächte noch viel länger. Schlafmangel, Appetitlosigkeit, Schmerzen und die Angst, etwas im Umgang mit dem Kind falsch zu machen, beherrschten meinen Alltag. Zum Glück bekam ich Unterstützung von meinem Ehemann und meiner Familie - am Tag. Nachts war ich beinahe auf mich alleine gestellt. Eine Nachtschwester konnte ich im Notfall zu Hilfe rufen - was recht häufig geschah, da ich mich kaum aus eigener Kraft aus dem Bett hieven konnte, geschweige denn meinen Sohn aus seinem Bettchen herausgeben konnte. Windeln wechseln, Umziehen, Stillen stellten für mich bereits eine große Herausforderung dar. 

Am Freitag, dem 28. Juli 2017, war es endlich soweit! Ich durfte nach Hause! Die Tage im Krankenhaus kamen mir wie eine Ewigkeit vor und ich freute mich riesig, endlich in den eigenen vier Wänden mit Mann und Kind das Familiendasein zu genießen. 

Leider sollte mir das nicht uneingeschränkt vergönnt sein. Mein Körper, geschwächt durch den hohen Blutverlust und den andauernden Heilungsprozess, wollte nicht so funktionieren, wie er sollte, sodass ich mich alle zwei Tage ins Krankenhaus zur Kontrolle begeben musste, die oftmals schmerzhaft endete. 

Ich bin immer noch erstaunt darüber, wie wenig Zeit ich habe, obwohl ich von morgens bis abends zu Hause bin. Die regelmäßigen Besuche der Hebamme, von Freunden und Familienmitgliedern, Einkauf, Haushalt, Behördengänge, das Ausfüllen von Formularen für die Beantragung für Dies und Das, Stillen, Wickeln, In-den-Schlaf-Wiegen ... und Schlafen. Schlaf ist jetzt das A und O in meinem Leben, obwohl ich mit einem ruhigen Kind gesegnet worden bin, das leicht zufriedenzustellen ist. Trotz allem sind die Nächte unruhig, da ich mehrmals aufstehen muss und es manchmal ein bis zwei Stunden dauert, bis der Kleine nach einer Mahlzeit einschläft. Abgesehen davon habe ich nur noch leichten Schlaf. Bei dem kleinsten Geräusch, das der Kleine macht, bin ich hellwach und schaue nach, ob alles in Ordnung ist. Ich denke, dass dieses Verhalten irgendwann abklingen wird. 

Langsam gewöhne ich mich an den Alltag mit Baby, sodass ich wieder vermehrt zum Bloggen komme. Auch das Lesen kommt nicht mehr zu kurz, da ich während des mindestens halbstündigen Stillens auf meinem Smartphone lese, damit ich nicht aus Versehen mit dem Kind im Arm einschlafe. Das Einzige, für das ich noch keine Zeit gefunden habe, ist das Schreiben. Fünf Studienaufgaben warten noch darauf, von mir bearbeitet zu werden, ein halbes Dutzend Kurzgeschichten wollen noch geschrieben und bei Ausschreibungen eingereicht werden. Auf die Teilnahme bei Ausschreibungen werde ich wohl verzichten müssen, das Fernstudium geht vor. Leider muss auch mein Romanprojekt auf Eis gelegt werden - vorerst. 

Jedenfalls melde ich mich jetzt zurück und freue mich auf eure Kommentare, eure spannenden Blogbeiträge und den Austausch mit euch! 

Kommentare:

  1. Herzlichen Glückwunsch! ♥

    Ich hoffe, dass es dir mittlerweile wieder besser geht und dass du diese Zeit genießen kannst!

    Liebe Grüße :)

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    1. Vielen Dank!

      Mir geht es wieder richtig gut, danke! Jetzt kann ich endlich die Zeit mit Mann, Kind und Kater genießen! Es ist viel schöner und weniger anstrengend, als ich es mir mit einem Baby vorgestellt habe. Das liegt wahrscheinlich daran, dass mein Kleiner wirklich pflegeleicht und schnell zu beruhigen ist.

      Liebe Grüße

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  2. Hallo Violetta,

    erst einmal alles Gute und meinen Glückwunsch zur Geburt deines Sohnes!
    Die kleinen Schrumpelfüsschen sehen richtig süß aus. :-)

    Das ist schon eine große Veränderung, aber ich bin mir sicher, du schaffst das. Man muss sich ja auch erst aneinander gewöhnen und körperlich wirst du auch bald wieder kräftiger und fitter werden. Es ist ja schliesslich eine Wunde, die erst heilen muss.
    Geniess die Zeit mit deinem Kleinen, alles andere muss erst mal zurückstehen!

    Liebe Grüße Barbara

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    1. Hallo Barbara,

      vielen Dank! Mittlerweile geht es mir richtig gut! Ich habe mich an meinen neuen Alltag mit Baby gewöhnt und kann mir ein Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Auf jeden Fall steht sein Wohlbefinden an erster Stelle, sodass meine Hobbys auf der Prioritätenskala nach unten rutschen müssen. Aber das stört mich nicht weiter. Etwas Schöneres, als mit ihm zusammen zu sein, gibt es nicht mehr für mich.

      Lieben Gruß

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