Rezension: Selection - Die Kronprinzessin

Violetta Leiker | Montag, 13. November 2017 |

Buchtitel: Selection - Die Kronprinzessin
Autor: Kiera Cass
Verlag: FISCHER Sauerländer
Seiten: 400
Format: Hardcover
Preis: 16,99 €





Klappentext
Nun ist es an Maxons Tochter Eadlyn, der Kronprinzessin, sich ihren Prinzen aus 35 jungen Männern zu erwählen. Alles könnte perfekt sein, wäre da nicht ein Problem: Eadlyn hat dem Casting nur zugestimmt, um das aufgebrachte Volk mit einer glamourösen Show zu besänftigen. Und an die große Liebe glaubt sie sowieso nicht. Aber vielleicht glaubt die Liebe ja an Eadlyn!

(Quelle: FISCHER Sauerländer)

Meine Meinung
Mit Band 4 der Reihe startet die Geschichte von Americas und Maxons ältestem Kind, ihrer achtzehnjährigen Tochter Eadlyn, der Kronprinzessin, der nichts wichtiger ist als ihre Unabhängigkeit. Leider soll ihr genau diese genommen werden, da Unruhen aufgrund der Abschaffung des Kastensystems in Illéa ausgebrochen sind und die Situation zu eskalieren droht. Um das Volk abzulenken und zu beruhigen, drängen Eadlyns Eltern sie dazu, einen Prinzen aus 35 Bewerbern zu wählen. Anfangs sträubt sich Eadlyn, knickt jedoch unter der Bedingung ein, ohne potentiellen Ehemann aus dem Casting hervorzugehen, sollte ihre wahre Liebe nicht dabei sein. In Gedanken plant sie, das Casting zu sabotieren und die Teilnehmer zu vergraulen, damit sie freiwillig abreisen. Leichter gesagt als getan, denn unter ihnen befinden sich auch ein paar, die Eadlyn unter die Haut gehen und dir ihr Herz höher schlagen lassen. 

Hätte Eadlyn nicht einen unausstehlichen Charakter an den Tag gelegt, könnte man sich aufgrund der Ich-Perspektive in die Kronprinzessin hineinversetzen. Leider fiel mir dies schwer, da sich Eadlyn arrogant, oberflächlich, zickig und kindisch aufführt. Zum Glück bleibt dies jedoch nicht lange so. Das Casting, gegen das sich Eadlyn mit Händen und Füßen gesträubt hat, verändert sie grundlegend, sodass ich sie im Laufe der Handlung ins Herz geschlossen habe - wenigstens ein kleines Bisschen. Die 35 Teilnehmer des Castings lehren sie Demut und Selbstlosigkeit, ihre Arroganz und ihren Egoismus legt sie nach und nach ab und findet unter den Teilnehmern in diesem Band zwar noch nicht ihren Prinzen, aber Freunde fürs Leben, die ihr trotz ihrer zahlreichen Fehler beistehen. 

Die Handlung fand ich ein wenig unlogisch, da sich ein aufgebrachtes Volk wohl kaum mit einer glamourösen Castingshow besänftigen ließe. Menschen, die unter echten Problemen wie Arbeitslosigkeit und Diskriminierung aufgrund ihrer ehemaligen Kastenzugehörigkeit leiden, würden sich kaum entspannt vor den Fernseher setzen, einem oberflächlichen royalen Spektakel zusehen und ihre Probleme einfach vergessen. Auch Eadlyns Handlungen waren oftmals widersprüchlich, besonders in Bezug auf Kile, der ebenfalls im Schloss aufgewachsen ist und den sie ihr ganzes Leben lang kennt. Am Anfang der Geschichte kann sie ihn nicht leiden, findet ihn und sein Zimmer widerwärtig, aber schon nach einem inszenierten Kuss sehnt sie sich ständig nach seinen Lippen und behauptet plötzlich, sein unaufgeräumtes Zimmer sei der gemütlichste Ort, an dem sie je gewesen ist. Hier hätte vorher wenigstens schon ein klein wenig Sympathie zwischen den Figuren herrschen sollen, um ihre Beziehung glaubwürdig erscheinen zu lassen. 

Die übrigen Bewerber lassen sich leider nur aufgrund ihrer Namen unterscheiden. Die meisten bleiben blass und hätten meiner Meinung nach schon am ersten Tag ausscheiden können. Auch die Namen der Bewerber fand ich oftmals merkwürdig, sodass ich mir viele davon nicht einmal merken konnte. 

Der Schreibstil ist wie bei den vorherigen Bänden weder poetisch noch reich an Metaphern, sondern plump und einfach. Gerade die Einfachheit ist vielleicht der Auslöser dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt. 

Das Finale des vierten Bandes endet mit einem Cliffhanger, der Eadlyns Welt ins Chaos stürzen könnte, sollte die Situation schlecht ausgehen. Meine Neugier auf den finalen Band ist auf jeden Fall geweckt, obwohl ich bereits weiß, auf wen Eadlyns Wahl fällt. 

Fazit
Leider noch oberflächlicher als die Geschichte von America und Maxon (dort gab es wenigstens eine Rebellion, einen Ex-Freund, der für Spannungen sorgte, und das Kastensystem), aber aufgrund der persönlichen Entwicklung der Hauptfigur trotzdem teilweise unterhaltsam. Für diejenigen, die sich nach einer seichten Lektüre sehnen, die nicht unter die Haut geht, sondern nur vom Alltag ablenken soll, könnte "Selection - Die Kronprinzessin" das Richtige sein. 



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