Schreibtagebuch #1

Violetta Leiker | Sonntag, 11. Juni 2017 |

Prokrastination - oder auch bekannt als Aufschieberitis - ist ein ständiger Begleiter vieler Autoren. Leider auch meiner. An Silvester lautete mein Grundsatz für das neue Jahr 2017, endlich ein Romanmanuskript zu beenden. Nur zu beenden, nicht zu überarbeiten oder gar mich damit bei Verlagen zu bewerben. Mittlerweile ist beinahe die Hälfte des Jahres vorbei - der Fortschritt meines Jugendbuchprojekts stagniert jedoch nach wie vor. Natürlich kenne ich die vielen kleinen Lügen, die ich mir täglich selbst auftische, wenn wieder ein Tag endet, ohne dass ich eine Zeile zu Papier gebracht habe. In den nächsten Wochen steht mir mehr Zeit zur Verfügung als in den letzten Jahren zusammen. Urlaub, Mutterschutz und Elternzeit stehen bevor, Tage, die ich von morgens bis abends zu Hause verbringen kann, praktisch ohne Verpflichtungen. Was also hält mich davon ab, endlich in die Hufe zu kommen? 

Immer, wenn ich schreiben sollte, fallen mir allerhand andere Dinge ein, die auf meiner Prioritätenliste plötzlich nach oben schnellen. Hausarbeit, das Verfassen von Blogbeiträgen, Lesen ... Doch ist es wirklich zu viel verlangt, eine Stunde am Tag dem Schreiben zu opfern? Schreiben ist schließlich nicht nur ein Hobby für mich, ich will etwas erreichen, habe Träume und Ziele! Warum also fällt es mir so schwer, einfach loszulegen? Was kann schon schiefgehen? Dass das Manuskript schrecklich wird? Na und? Kein Meister ist bislang vom Himmel gefallen. Der Grund ist vielmehr, dass mir mein Fernstudium bei der Schule des Schreibens im Nacken sitzt. 

Um meiner Schreibflaute endlich gezielt entgegenzuwirken, starte ich jetzt hier mein Schreibtagebuch, um mehrmals wöchentlich meine Ziele bezüglich des Schreibens schriftlich auf dem Blog festzuhalten und im Nachhinein von der Umsetzung der Ziele zu berichten. 

Für morgen habe ich mir Folgendes vorgenommen: 

  1. Einsendeaufgabe KI07 zu beenden und an meine Studienleiterin bei der Schule des Schreibens zu versenden,
  2. Studienheft KI08 zu Ende zu lesen und zu clustern, um Ideen für die nächste Einsendeaufgabe zu sammeln,
  3. Rezension zu "Harry Potter und das verwunschene Kind" zu verfassen und zu veröffentlichen. 

Insgesamt liegen noch fünf Studienhefte vor mir, bevor mein Fernstudium absolviert ist. Bis Ende September habe ich Zeit dafür, da aber in etwa fünf Wochen mein Baby zur Welt kommt, bezweifle ich stark, dass mir dies bis zum Fristablauf gelingt. Familie geht vor. Also werde ich kleine Schritte machen müssen, um letzten Endes etwas Großes zu einem Abschluss zu bringen. Nach Beenden des Studiums werde ich das Gefühl haben, eine schwere Last sei von meinen Schultern gefallen, sodass ich - hoffentlich - endlich ohne Schuldgefühle an meinem Jugendbuch arbeiten kann. Ich berichte am Dienstag, ob es mir gelungen ist, meine Ziele umzusetzen. 

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