Rezension: Vielleicht mag ich dich morgen

Violetta Leiker | Samstag, 27. Mai 2017 |

Titel: Vielleicht mag ich dich morgen
Autor: Mhairi McFarlene
Verlag: Droemer Knaur
Seiten: 496
Format: Taschenbuch
Preis: 10,99 €





Klappentext
Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.


Meine Meinung
Diesen Liebesroman habe ich spontan auf dem Trödelmarkt gekauft, da mich der Klappentext ansprach. Bücher für Erwachsene und vor allem welche, die in unserer Realität spielen, lese ich sehr selten, weil ich in diesem Genre schon zu häufig enttäuscht wurde. Ich habe große Hoffnungen in dieses Buch gesteckt - und habe erneut festgestellt, dass ich einen großen Bogen um Bücher dieses Genres machen sollte. 

Vergeblich habe ich auf eine fesselnde oder romantische Szene gewartet. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis die Handlung ein wenig Fahrt aufnahm, jedoch nicht genug, um mich zu fesseln. Ich habe mir von dem im Klappentext erwähnten Klassentreffen mehr erhofft, leider war diese Szene nach wenigen Sätzen vorbei. Der Großteil des Buches spielt sich in Bars und Kneipen ab, ständig wird getrunken und gefeiert. Irgendwann habe ich angefangen, das Buch zu überfliegen statt aufmerksam zu lesen. 

Es wimmelt von Markennamen und britischen Insider-Witzen, auf die ich mir keinen Reim machen konnte. Außerdem verliert sich die Autorin in Details. Wen interessiert es, von welcher Marke die Handtasche dieser oder das Kleid jener Nebenfigur ist? Zwischenzeitlich hatte ich das Gefühl, einen Bericht zu lesen - einen öden, trockenen Text, der mich in Schlaf gelullt hat. 

Die Dialoge wirken gestelzt, die Figuren platt und unsympathisch. Auch mit Anna, der Hauptfigur, konnte ich nicht mitfühlen. Schön wäre es gewesen, wenn die Autorin Annas Schulleben in Rückblenden dargestellt hätte, statt einfach nur davon zu berichten, dass diese gemobbt wurde. So wäre ein wenig Abwechslung in die Handlung gekommen und ich hätte mich besser in Anna hineinversetzen können. 

James, der Junge, für denn Anna bzw. Aureliana geschwärmt und der sie vor der gesamten Schule bloßgestellt hatte, hat auch als Erwachsener nichts an sich, das ihn für mich sympathisch gemacht hat. Das gesamte Buch über trauert er seiner Ex-Frau hinterher, lässt sich von seinen Kollegen zur Schnecke machen und kann Freund von Feind nicht unterscheiden. Ein Mitläufer - niemand, der eigene Entscheidungen treffen kann. 

Hin und wieder hat die Autorin versucht, witzig zu sein. Leider ging auch dieser Schuss nach hinten los. Die Witze, meist von James, waren pervers und widerlich. Dass jemand tatsächlich über so etwas lachen kann, kann ich mir nicht vorstellen. 

Ab der Szene, ab der James Annas wahre Identität herausfindet, wurde die Geschichte interessanter. Auch das Ende des Romans war im Vergleich zum Rest des Buches in Ordnung. 

Fazit
Die staubtrockene Geschichte, die in schlechten Witzen, Markennamen und Details ertrinkt, konnte mich leider nicht unterhalten. Erst gegen Ende nahm die Handlung ein wenig Fahrt auf, leider nicht genug. Romantik oder gar Gefühle kamen bei mir nicht an. Von mir gibt es leider nur zwei von fünf Traumfängern für die interessante Idee und das Ende, mit dem ich einigermaßen zufrieden war. 

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