Rezension: This is not a love story

Violetta Leiker | Dienstag, 16. Mai 2017 |

Buchtitel:
THIS IS NOT A LOVE STORY
Autor: Holly Bourne
Verlag: dtv
Seiten: 512
Format: Taschenbuch
Preis: 7,00 €





Klappentext
An die wahre Liebe oder gar an Seelenverwandtschaft hat die 17-jährige Penny nie geglaubt. Bis sie eines Abends bei einem Konzertbesuch auf Noah trifft. Wie ein Magnet fühlt sie sich von ihm angezogen – und Noah geht es anscheinend nicht anders. Sie spürt die gewaltige Kraft der Gefühle und lässt Noah doch mit dem ihr eigenen Sarkasmus abblitzen. Erst als sie sich ein paar Monate später wiedersehen, ist klar: Penny und Noah können nicht voneinander lassen. Doch je näher sie sich kommen, desto gefährlicher scheint ihre Leidenschaft für sie und ihre Umgebung zu sein . . . Ist diese Liebe zu groß für sie?


Meine Meinung
Dieses Taschenbuch habe ich aufgrund einer gravierenden Leseflaute gekauft. Monatelang hat mich kein Buch mehr fesseln können, sodass ich mich entschlossen habe, aus dem Genre Fantasy auszubrechen und eine realistische Liebesgeschichte zu lesen, um für Abwechslung zu sorgen - und es hat funktioniert!

Die Geschichte ist zum größten Teil aus Pennys Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist jugendlich und passt gut zu der etwas zynischen und sarkastischen Hauptfigur, die anfangs mit der Liebe nichts anzufangen weiß. Obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, hätte ich mir mehr Tiefgang und etwas anspruchsvollere Formulierungen gewünscht, aber im Großen und Ganzen passt der Stil der Autorin perfekt zu den Figuren und dem Genre. Hin und wieder tauchen auch Kapitel aus Sicht anderer Personen auf, deren Identität erst im Laufe der Handlung zutage kommt. Diese Kapitel sorgen zusätzlich für Spannung, weil man nicht weiß, welche Rollen diese Figuren spielen und was Penny und Noah mit ihnen zu tun haben.

Ein paar Klischees sind natürlich auch in diesem Jugendbuch vertreten. Penny, ein unscheinbares Mädchen mit psychischen Problemen, verliebt sich ausgerechnet in Noah, der nicht nur umwerfend gut aussieht und in einer Band spielt, sondern auch einen gewissen Ruf hat. Natürlich will Penny nichts mit ihm zu tun haben, denkt sogar, sie ist allergisch gegen ihn, weil es ihr in seiner Nähe schlecht geht. Aber weder Penny noch Noah sind in der Lage, sich lange voneinander fernzuhalten.

Besonders gefallen hat mir der häufige Wechsel des Settings, weil das Abwechslung in die Geschichte und Noah und Penny in neue Situationen befördert hat. Leider haben mir nicht alle Figuren zugesagt. Mit Pennys Freundinnen - vor allem mit Ruth - konnte ich mich gar nicht anfreunden. Sie wurde bewusst als "schlechte" Freundin von der Autorin dargestellt, aber ihre Eskapaden und ihr Charakter waren mehr als nervenaufreibend. Ständig habe ich mich gefragt, warum Penny und ihre anderen Freundinnen überhaupt mit Ruth abhingen. Im realen Leben kann ich mir nicht vorstellen, dass Menschen mit komplett gegenteiligen moralischen Werten gute Freunde sein können.


Leider war mir Noah etwas zu blass, sodass ich mich nicht in ihn "verliebt" habe, wie das bei anderen Liebesgeschichten häufig der Fall ist. Auch der Schlagabtausch zwischen Penny und Noah ist mir nicht besonders in Erinnerung geblieben. Die romantischen und teilweise erotischen Szenen zwischen den beiden sind der Autorin jedoch außerordentlich gut gelungen.


Fazit
Mich hat der Roman gut unterhalten. Obwohl ich mir einen etwas anspruchsvolleren Stil gewünscht hätte und mir nicht alle Figuren sympathisch waren, konnte mich die außergewöhnliche Handlung überzeugen. Wer einen 08/15-Roman erwartet, wird überrascht werden.


Kommentare:

  1. Hallo Violetta,

    ich weiß bis heute nicht, ob dieses Buch lauter Klischees oder nur Parodien auf diese Klischees enthält. Vermutlich beides.
    Vielleicht ist es auch genau das, was dieses Buch ausmacht: Obwohl dauernd über Klischees hergezogen wird, enthält es doch all diese Klischees, die letztendlich dann wieder auf eine ungewöhnliche und damit einprägende Art. Somit ist es letztendlich wirklich keine Love Story, zumindest keine klassische. ^^

    Liebe Grüße ;)

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    1. Hallo Dana,

      genau! Was haben bloß alle ständig gegen Klischees? Natürlich ähneln sich Jugendbücher häufig in vielerlei Hinsicht. Es kommt aber darauf an, wie die Autoren diese verpacken. Hauptsache, die Handlung ist nicht exakt dieselbe. Holly Bourne ist es gelungen, einen unterhaltsamen Roman trotz vieler Klischees zu schreiben. Ich wurde nicht enttäuscht - hatte aber auch keine enorm hohen Erwartungen an dieses Buch.

      Liebe Grüße
      Violetta

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