Bloggerbrunch: Themenspecial "Liebesromane"

Violetta Leiker | Donnerstag, 11. Mai 2017 |



Leider habe ich den am vorletzten Samstag stattfindenden Bloggerbrunch versäumt, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, daran teilzunehmen. Die Fragen, die Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee zum Thema Liebesromane stellt, regen mich allerdings zum Nachdenken an.



Liest du gerne Liebesromane oder ist das eher nichts für dich? Verrate uns doch, was du daran so gerne magst bzw. was dich daran stört. Überzeugt dich der Bad Boy, vielleicht sogar ein Nerd? Ist dir möglicherweise eine toughe Protagonistin wichtig? Oder hängen dir beispielsweise Dreiecksbeziehungen bereits aus dem Halse heraus? Erzähl uns von deinen Top und No-Gos in Liebesromanen.

Was wäre ein Buch ohne die Liebe? Fast jedes meiner Bücher enthält zumindest eine Liebesgeschichte am Rande. Was mir daran gefällt? Alles! Ich liebe es, wenn zwei scheinbar völlig unterschiedliche Menschen zueinander finden, wenn sie sich anfangs verabscheuen, nur um schließlich festzustellen, dass sie gar nicht so verschieden sind. Die Spannung vor der ersten Berührung, vor dem ersten süßen Kuss ... Es ist, als würde ich mich selbst immer wieder verlieben. Dieses Hochgefühl, die knisternde Spannung, die Erinnerungen an die eigenen zarten Erfahrungen mit der Liebe machen dieses Thema für mich unabkömmlich in fast jedem Buch. Jedes meiner eigenen Romanprojekte enthält eine Romanze (abgesehen von den Kinderbuchideen), sodass ich es kaum erwarten kann, die sich langsam zwischen den Charakteren entwickelnden Gefühle in Worte zu fassen.

Eine toughe Protagonistin ist mir sehr wichtig. Über Frauenfiguren, die sich von anderen, vor allem von Männern, unterdrücken lassen, lese ich nur ungern. Ein Protagonistin sollte sich wehren und anderen ein Vorbild sein, natürlich muss auch sie ihre Schwächen haben, um authentisch zu wirken. Bad Boys finde ich ebenfalls klasse, nur dürfen diese nicht zu verkorkst daherkommen. Ein Bad Boy muss triftige Gründe für sein Verhalten haben und sich im Laufe des Romans einer Entwicklung unterziehen und aus seinen Fehlern lernen. Das in Jugendbüchern stark verbreitete Klischee von Protagonistinnen, die sich in einen wahren Bad Boy verlieben, ohne dass man ihm auch nur eine positive Eigenschaft, abgesehen von seinem Äußeren, abgewinnen kann, hängt mir wirklich zum Halse raus. Wer will sich schon in eine Figur hineinversetzen, die zu naiv ist, um zu merken, dass der Junge/Mann, der sie zwar körperlich anzieht, aber ansonsten wie Dreck behandelt, nicht der Richtige sein kann? Paare sollten gleichberechtigt sein und sich gegenseitig respektieren. Punkt.

Ich habe festgestellt, dass viele Menschen Dreiecksbeziehungen als unliebsames Klischee abtun. Aber sind es nicht gerade die Dreiecksbeziehungen, die in einem Roman noch einmal ordentlich für Spannung, für Konflikte und Eifersucht sorgen? Wer will schon einen Liebesroman lesen, in dem sich die Hauptfiguren bei ihrer ersten Begegnung unsterblich ineinander verlieben und bis an ihr Lebensende glücklich zusammenleben? Ein Roman braucht Konflikte und eine weitere Figur, die den Hauptfiguren dazwischenfunkt, tut genau das: Sie säht Zwietracht zwischen dem Liebespaar! Anders verhält es sich, wenn in Dreiecksbeziehungen fremdgegangen wird. Ein wenig verunsichert oder durcheinander darf die weibliche Protagonistin in meinen Augen sein, aber mit beiden Jungen/Männern rumturteln soll sie nicht. Richtige Liebe und auch körperliche Liebe sollte in einem Liebesroman nur zwischen zwei Personen stattfinden.


Nenne uns deine derzeitigen Liebesbuchfavoriten (bis zu maximal 3). Warum magst du die Liebesgeschichte in diesen Romanen so gerne? Was war für dich daran so besonders?

Reine Liebesbücher habe ich nur selten gelesen. Eines davon ist "Perfekt" von Judith McNaught, das ich auf Empfehlung meiner Mutter gelesen habe, die ein großer Fan der Autorin ist (REZENSION). Dass die weibliche Hauptfigur sich in ihren Entführer verliebt, ist in der Literatur ein alter Hut, trotzdem gelingt es der Autorin Julies und Zacks Beziehung so herzzerreißend aufs Papier zu bannen, dass man nicht umhin kann, mitzufiebern und zu hoffen, dass es für die beiden ein Happy End geben wird. Einige Szenen entlockten mir ein paar Tränen; die Liebesgeschichte von Julie, dem Waisenkind, und Zack, dem Filmstar, wird für immer in meinem Herzen sein!

Bei der Pentalogie "Nathaniel und Victoria" der österreichischen Autorin Natalie Luca handelt es ich um das Genre Urban Fantasy. Victoria wird nach einem Autounfall in die Welt der Engel und Dämonen hineingesogen und verliebt sich in ihren Schutzengel Nathaniel. Die Liebe zwischen den beiden ist auf jeder Seite zu spüren, sodass ich das Gefühl hatte, mich während des Lesens selbst ein wenig in Nathaniel zu verlieben.

"Der Kuss des Kjer" von Lynn Raven ist eines meiner Lieblingsbücher. Die Geschichte von Lijanas und Mordan hat die deutsch-amerikanische Autorin in einer eigens von ihr kreierten Welt angesiedelt. Auch hier haben wir das bekannte Phänomen einer Entführung. Der erste Heerführer der feindlichen Kjer entführt eine Heilerin, doch während ihrer gemeinsamen Reise, in der Lijanas zahlreiche vergebliche Fluchtversuche unternimmt, stiehlt "die Bestie" Lijanas Herz. Viel Romantik gibt es in diesem Buch nicht, aber gerade die sich langsam anbahnenden Gefühle der beiden Hauptfiguren machen es zu etwas Besonderem. Mordan ist ein vielschichtiger Charakter, dessen Geheimnisse die Autorin erst nach und nach lüftet. Er ist eine dieser Figuren, die man am Anfang verachtet, der es aber gelingt, sich Seite für Seite in das Herz der Leser zu schleichen.


Verrate uns doch, ob du reine Liebesgeschichten bevorzugst oder dich eher ein Genremix begeistern kann. Was fasziniert dich an einer reinen Liebesgeschichte? Oder mit welcher Genre hast du den Romanze-Anteil am liebsten gemischt (bspw. Romance und Fantasy, Romance und Thriller, ...)? Liest du vielleicht sogar hauptsächlich andere Genres und entdeckst die Liebesgeschichte gern eher als Nebengeschichte?

Da ich am liebsten in fremde Welten eintauche, favorisiere ich mit dem Genre-Mix Romance Fantasy oder wie man es auch nennt: Romantasy. Reine Liebesgeschichten lese ich zwar auch hin und wieder, doch diese können mich nicht so fesseln wie Geschichten, die mit Magie durchflochten sind. Eine Romanze muss nicht unbedingt die Haupthandlung beherrschen, sie soll am Rande stattfinden neben dem Kampf Gut gegen Böse, dem Entdecken von Geheimnissen und Verschwörungen, der Selbstfindung, der Erlernung magischer Fähigkeiten und der Rettung der Welt.



Stell dir vor, wir befinden uns mitten in der Planung für die nächste Buchverfilmung und unser Augenmerk liegt auf dem Genre Liebesroman. Welches Buch würdest du gerne auf der Leinwand entdecken? Wie könntest du dir das Ganze vorstellen? Hier kannst du gerne kreativ werden. Erzähl uns von Kulissen, möglichen Schauspielern im Cast oder sogar schon Filmmusik, die du gerne hättest. 

Ein bzw. drei Bücher, die ich gerne auf der Leinwand sehen würde, sind "Du oder das ganze Leben", "Du oder die ganze Welt" und "Du oder die große Liebe" von Simone Elkeles. In der Trilogie geht es um je einen Bruder: Alejandro, Carlos und Luis Fuentes, mexikanische Jugendliche, die nicht nur ihre wahre Liebe finden, sondern auch ihr wahres Ich in einer Welt, in der die Gang das Sagen hat. Da es zu den Büchern bereits Trailer gibt und ich die dort eingesetzten Schauspieler sehr passend finde, würde ich diese auch in einer Kinoverfilmung bevorzugen. Die Buchtrailer findet man bei Youtube in der englischen Fassung "Perfect Chemistry", "Rules of Attraction" und "Chain Reaction".


Ich hoffe sehr, dass es mir nächstes Mal gelingt, pünktlich an einem Bloggerbruch teilzunehmen, und freue mich auf das nächste Themenspecial!

Wie steht ihr zu Liebesromanen?





Kommentare:

  1. Hallo Violetta,
    vielen Dank, dass du auch noch im Nachhinein an der Aktion teilgenommen hast. Ich habe deine Antworten sehr gerne gelesen.

    Zur ersten Frage:
    Ich lese auch unglaublich gerne Liebesgeschichten. Auch bin ich ein Fan von Bad Boys. Eben, weil sie für Spannung im Roman sorgen. Ich gebe dir aber Recht: Sie müssen schon gut gemacht sein. Deine Worte bzgl. der Dreiecksbeziehung würde ich auch so unterschreiben wollen: Du hast absolut Recht. Eine Dreiecksbeziehung ist ein hervorragendes Stilmittel, um für Konflikte zu sorgen. Fies ist es jedoch, wenn sich die Protagonistin dann in jemanden verliebt, den man selbst nicht wählen würde. Mir ist das bislang nur sehr selten passiert. Bei Throne of Glass (2. Band) war ich mit der Entscheidung der Protagonistin so gar nicht einverstanden (damit war ich aber auch ziemlich alleine, glaube ich). Das hat mir diesen zweiten Teil fast ein wenig mies gemacht. Ich habe ständig gehofft, dass sie sich endlich besinnen und sich für den anderen Kerl entscheiden wird ;o) Kennst du sowas auch?

    Oh, wie schön, dass du den Kuss des Kjers hier anführst. Ich habe dieses Buch damals so geliebt. Nach der Geschichte bin ich in ein heftiges Leseloch gefallen. Eine perfekte Liebesgeschichte, wenn du mich fragst :o)

    Ganz liebe Grüße
    sendet dir
    Tanja :o)

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    1. Hallo Tanja!

      An deiner bzw. eurer Aktion nehme ich gerne teil und bin schon gespannt, welches Thema der nächste Bloggerbrunch behandeln wird.

      Bad Boys sind wirklich klasse, aber sie müssen - wie gesagt - einen guten Grund für ihr Verhalten haben. Sobald sie anfangen, die Grenze zu überschreiten und grundlos Leute fertigzumachen, sind sie mir aber unsympathisch. Keine vernünftige Frau will mit einem Tyrannen zusammen sein.

      Das, was dir im zweiten Band von "Throne of Glass" passiert ist, habe ich noch nie erlebt. Meistens gefallen mir genau die Personen, in die die weibliche Hauptfigur sich verliebt.

      "Der Kuss des Kjer" ist großartig. Natürlich habe ich auch zu diesem Buch schon schrecklich abwertende Rezensionen gelesen, da Mordan Lijanas am Anfang nicht besonders freundlich behandelt. Wer aber das Durchhaltevermögen hat, es zu Ende zu lesen, kann meiner Meinung nach gar nicht anders, als mit Mordan mitzufühlen. Einer der männlichsten Figuren aller Bücher, die ich je gelesen habe!

      Liebe Grüße
      Violetta

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  2. Hallo liebe Violetta,

    oha, verteidigst du da gerade Dreiecksgeschichten? xD Ich muss sage, theoretisch ist das Dramen- und Konfliktpotenzial natürlich durchaus gegeben, aber es tritt einfach zu oft und zu plump auf. Übertragen auf die Wirklichkeit: Wie oft verliebt man sich denn bitte unsterblich in zwei Typen gleichzeitig, was in jedem zweiten Jugendbuch der Fall ist?
    Und selbst wenn es verständlicherweise nicht die Liebe auf immer und ewig ist, kann man diese Beziehung doch bitte erst beenden, bevor man die nächste anfängt. Dieses ewige Hin und Her, inklusive Eifersucht, Konkurrenzkampf und Unentschlossenheit geht mir einfach nur noch auf den Geist. Zumal in der Regel eh von Anfang an feststeht, wen sie wählen wird, da kann man meiner Meinung nach auch auf andere und bessere Wege Konflikte und Spannung erzeugen.
    Meine Abneigung mag vielleicht auch daran liegen, dass mir bisher eher wenige akzeptable Dreiecksgeschichte begegnen sind, ein Beispiel wäre die aus der "Erwacht"-Reihe von Jessica Shirvington.

    Ich glaube, das, was Bad Boys faszinierend macht, sind die Gründe für ihr Verhalten, die Person, die sich hinter der Oberfläche verbirgt, nach der "Harte Schale, weicher Kern"-Theorie. Allerdings ist bei mir Schluss, wenn er anfängt, sie wirklich wie den letzten Dreck zu behandeln und sie sich Stockholm-Syndrom ähnlich in ihn verliebt.

    Ich habe von den drei von dir genannten Bücher nur "Der Kuss des Kjer" gelesen, fand das aber wirklich sehr gut. Auch, weil die Charaktere unheimlich vielschichtig sind. Aber auch die Liebesgeschichte in "Blutbraut" von der Autorin konnte mich überzeugen.

    Liebe Grüße :)

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    1. Hi liebe Dana,

      ich verteidige nur eine gewisse Art von Dreiecksgeschichten. Ein Mädchen, das sich unsterblich in zwei Typen gleichzeitig verknallt, ist natürlich weit hergeholt und trifft auch gar nicht meinen Buchgeschmack. Wenn aber eine klar erkennbare Nebenfigur dem wahrhaftigen Liebespaar im Wege steht, nervt mich dieses Dreiecksverhältnis keinesfalls. Die Biss-Reihe wäre nicht dieselbe ohne Jacob Black. Vielleicht bin ich auch deshalb nicht so genervt von Dreiecksgeschichten, weil mir gar nicht so viele, das heißt fast gar keine, Jugendbücher in die Hände gefallen sind, die so eine haarsträubende Dreiecksgeschichte enthalten, wie du sie beschreibst. Ein Beispiel fällt mir jedoch auch dazu ein: Die Selection-Reihe von Kiera Cass. Dass America ständig zwischen ihrer alten Flamme Aspen und Prinz Maxon hin- und hergerissen war, hat sie Sympathiepunkte gekostet. Ein bisschen mehr Entschlossenheit hätte ich mir von ihr gewünscht.

      Unrealistisch finde ich auch, wenn ein Mädchen sich zu 100 Prozent sicher ist, dass sie ihre wahre, große Liebe gefunden hat, obwohl sie diese erst ein paar Tage lang kennt. Wenn man jemanden von Anfang an sympathisch findet, handelt es sich um Schwärmerei. Wahre Liebe muss reifen und braucht Zeit.

      Bad Boys, die die Hauptfigur wie Dreck behandeln, sind Psychopathen, nichts weiter. Ein Bad Boy muss - wie du so schön schreibst - einen weichen Kern unter seiner harten Schale verbergen, in den sich die weibliche Hauptfigur verliebt.

      "Blutbraut" von Lynn Raven hat mir ebenfalls gefallen, aber es kann in meinen Augen nicht mit "Der Kuss des Kjer" mithalten. Allgemein fand ich bisher alle Bücher dieser Autorin großartig.

      Liebe Grüße
      Violetta

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