Erster Spontankauf seit 9 Jahren

Violetta Leiker | Dienstag, 14. März 2017 |
Normalerweise durchforste ich bei Interesse an einem Buch das ganze Internet nach Rezensionen. Ich studiere die Website des Autors/der Autorin, lese bewusst die schlechten sowie die guten Bewertungen bei Amazon, Lovelybooks und Co. Erst wenn es diesen Prüfungen standhält, landet der Titel schließlich auf meiner Wunschliste. Manchmal dauert es Jahre, bis das Buch Einzug in mein Regal nimmt, manchmal nur ein paar Stunden, weil der Drang danach, in die Geschichte einzutauchen, zu groß ist.

Gestern habe ich etwas getan, das ich seit gut neun Jahren nicht mehr getan habe: Ich kaufte mir ein Buch, von dem ich noch nie etwas gehört hatte. Weder Autorin noch Titel waren mir bekannt. Keine einzige Rezension habe ich gelesen und dabei will ich es belassen, bis ich an der letzten Seite angelangt bin.

Wie es dazu kam?

Der Wunsch, wieder einmal eine seichte, vor Klischees kaum zu rettenden Liebesgeschichte zu lesen, ergriff von mir Besitz. Es war kurz vor Feierabend, ca. 17:00 Uhr. Mein Bus würde erst in einer Viertelstunde abfahren. Da ich zurzeit selbst an einem realistischen Jugendbuch mit Schwerpunkt Liebe arbeite (Klischees versuche ich selbstverständlich zu vermeiden), ist dieser Spontankauf zugleich Zeitvertreib sowie Marktforschung. Lockerer jugendlicher Schreibstil, eine 17-jährige, etwas zynische Hauptperson, die nicht an die wahre Liebe glaubt – so stelle ich mir einen unterhaltsamen Roman dieses Genres vor. Zum Glück befindet sich die Thalia-Filiale direkt neben dem Betonklotz, in dem ich arbeite – trotzdem hatte ich nur ungefähr fünf Minuten, um mich für einen Titel zu entscheiden.

Doch das war nicht der einzige Grund für diese für mich völlig untypische Spontaneität. Seit November/Dezember 2016 kämpfe ich gegen eine der schlimmsten Leseflauten meines Lebens an. Für einen Roman brauche ich zurzeit ein bis zwei Monate, normalerweise liegt meine Durchschnittslesezeit bei ca. einer Woche (in der Urlaubszeit noch weniger). Es kostet mich große Überwindung, ein Buch überhaupt in die Hand zu nehmen. Bei dem eBook „Unter den drei Monden“ von Ewa A., das im Dark Diamonds Verlag, einem Imprint des Carlsen Verlags, erschienen ist, ist es besonders schlimm. Über drei Monate lese und lese ich diese Geschichte, aber sie will einfach kein Ende nehmen.

Da ich zuerst dachte, dass es an der aktuellen Lektüre lag (ich lese meistens zwei bis drei Bücher parallel), beendete ich diese notgedrungen und begann mit einer anderen. Doch auch hier stellte sich der Wunsch nach Weiterlesen nicht ein, obwohl ich vor Beginn eine unheimliche Lust verspürt habe, dieses Buch als nächstes von seiner Staubschicht zu befreien. Vielleicht ist es Zeit für einen Genrewechsel?

Ja! Kaum habe ich gestern mit dem Jugendbuch begonnen, packt mich die Lust, non-stop zu lesen. Ich fiebere schon der Mittagspause entgegen und war traurig, weil die Busfahrt heute Morgen zu schnell vorüber war. Aber Angst, dem Lesewahn zu verfallen, plagt mich ebenfalls, denn eigentlich gibt es viele andere Dinge, die ich tun sollte: Meine Studienunterlagen der letzten sechs Monate ausdrucken und abheften, mein aktuelles Studienheft lesen (mein Fernstudium endet am 25. Mai 2017), mir einen Kinderkrimi für Leser ab 8 Jahren ausdenken (ich habe selbst nie Krimis gelesen und verzweifle an dieser Aufgabe), mein Romanprojekt voranbringen, Kurzgeschichten für ausgewählte Ausschreibungen planen und schreiben … Ob ich auch nur eine dieser Aufgaben heute in Angriff nehmen werde? Ich bezweifle es. Meine Motivation, etwas Sinnvolles zu tun, liegt bei unter 0.

Und nun kommen wir endlich zu dem Buch, das ich mir gestern spontan zugelegt habe:


„Eine heiße und explosive Liebesgeschichte
An die wahre Liebe oder gar an Seelenverwandtschaft hat die 17-jährige Penny nie geglaubt. Bis sie eines Abends bei einem Konzertbesuch auf Noah trifft. Wie ein Magnet fühlt sie sich von ihm angezogen – und Noah geht es anscheinend nicht anders. Sie spürt die gewaltige Kraft der Gefühle und lässt Noah doch mit dem ihr eigenen Sarkasmus abblitzen. Erst als sie sich ein paar Monate später wiedersehen, ist klar: Penny und Noah können nicht voneinander lassen. Doch je näher sie sich kommen, desto gefährlicher scheint ihre Leidenschaft für sie und ihre Umgebung zu sein . . . Ist diese Liebe zu groß für sie?“

Der Klappentext ist nichts Besonderes, ebenso wenig wie das Cover. Junge trifft Mädchen. Junge und Mädchen verlieben sich unsterblich ineinander, doch ihre Liebe darf nicht sein … Klingt nach einem weiteren Abklatsch von Romeo und Julia. Aber der Titel THIS IS NOT A LOVE STORY lässt auf eine wunderschöne LOVE STORY hoffen. Und zur Abwechslung mal spielt die Handlung nicht in den USA, sondern in England, dem Heimatland der Autorin.

Ich bin sehr gespannt auf das Buch, da ich überhaupt keine Erwartungen und keinen blassen Schimmer habe, wie der Rest der Menschheit diesen Jugendroman bewertet hat. Hoffentlich hält die Lust zu lesen nach Beenden dieses Romans an, sodass ich die anderen bereits begonnenen Bücher („Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“, „Unter den drei Monden“ und „Das Herz des Dämons“) auch endlich zu einem Abschluss bringen kann.

Kommentare:

  1. Hallo,

    oha, und dann ausgerechnet dieses Buch. xD Ich weiß bis heute nicht, ob es vor Klischees wimmelt oder eine Parodie auf Klischees darstellt ... vermutlich beides. :D Auch als allzu gewöhnlich würde ich es nicht bewerten, aber das wirst du vermutlich selbst herausfinden. ^^

    Von daher viel Spaß mit diesem Buch, das mir doch ziemlich in Erinnerung geblieben ist, weil es doch hervorsticht. ^^

    Liebe Grüße
    Dana

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    1. Hi,

      das stimmt, von Klischees wimmelt es sich in dem Buch wirklich. Dass der Roman aber auch unrealistische Elemente enthält, war eine Überraschung. Ich bin gespannt, welches Ende dieses Buch für mich bereithält.

      Liebe Grüße
      Violetta

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